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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Projekthilfe Gambia: Sein Glas ist immer halb voll

21.02.2020

Rodenkirchen Gerd und Gambia – das passt gut. Nicht nur wegen des Stabreims, Auch menschlich. Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Ingo Lieken, damals bei der Bank in Ovelgönne tätig, den Kontakt zu dem begnadeten Plattschnacker Gerd Spiekermann suchte und fand. Am Mittwochabend stand der Alleinunterhalter wieder für Ingo Lieken und seine Projekthilfe Gambia auf der Bühne – insgesamt zum neunten Mal.

Ansturm auf Karten

Zum ersten Mal hatte die Projekthilfe die Mittenfelder Diele für die Show gebucht – mit dem Erfolg, dass sie glatt doppelt so viele Karten hätte verkaufen können wie die 160 vorhandenen. Doch Veranstalter und Publikum waren sich einig: Das Ambiente passte perfekt zum Anlass.

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Wieder war der 67-Jährige, der als NDR-Plattschnacker seine Nische gefunden hatte, für einen Benefiz-Auftritt zugunsten der Gambia-Hilfe gekommen. Am nächsten Abend trat er – ebenfalls ohne Gage – für die Edewechter Ortsgruppe der Projekthilfe auf.

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Und wieder war Gerd Spiekermann vor allem eins: authentisch. In seinem wunderschönen Plattdeutsch schnackte er sich durch die Absurditäten und Skurrilitäten des Alltags. Seine Geschichten sind nicht erfunden, sie sind nicht einmal aufgebauscht. Das Leben ist genau so, wie Gerd Spiekermann es schildert: voller Rückschläge, voller kleiner Nickeligkeiten, aber doch rundum lebenswert. „Mien Glas is immer halv full – ok, wenn‘t bloß ‘n viertel full is“, sagt der Entertainer. Es ist eben alles Einstellungssache.

Und wenn er sich beim Quasseln mal „De Snuut verbrennt“ – so auch der Titel des Programms –, was soll‘s: Das Leben geht weiter.

Jetzt ist er Rentner, seit fünf Jahren schon. Da lässt er‘s ruhig angehen. Langeweile kommt nicht auf. Wenn ihm Senioren-Ratgeber Bewegung empfehlen, dann geht er eben mit seinen beiden Hunden vor die Tür. Zwei Mal am Tag. Ist das etwa nichts?

Und mit der Weisheit des Alters erkennt er, dass seine Kindheit und Jugend härter und materiell ärmer waren als die seiner Kindergeneration, dafür aber viel mehr echte Lebenserfahrungen bot. Gerd Spiekermann wurde am 4. April 1952 als Sohn des Gastwirts vom „Schwarzen Ross“ in Ovelgönne geboren und war immer mittendrin im Geschehen.

Luis Trenker statt Fury

Markenklamotten gab es damals nicht, und selbst sein Traum von der Nietenhose –  einer Jeans – blieb unerfüllt. Stattdessen musste er weiter in der „Manchester-Box“, einer groben Cordhose, herumlaufen. Seine Lieblingsserie war „Fury“, und die konnte er nur sehen, wenn er zuvor das schwer verständliche Gebrabbel von Luis Trenker ertrug, der vor einem großen Bild von den Alpen aus seinem Bergsteiger-Leben erzählte.

Gerd und seine Schulkameraden hatten vor den Lehrern Angst, weil die schlagen durften. Dass heute die Lehrer vor den Schülern Angst haben, empfindet Gerd Spiekermann deshalb als ausgleichende Gerechtigkeit. Damit ist sein Glas auch in diesem Punkt wieder halb voll.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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