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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mehr Markt geht wirklich nicht

04.08.2018

Rodenkirchen Acht prall gefüllte Ordner stehen auf dem Schrank in Merle Lienemanns Büro, etwas abseits von ihrem Schreibtisch. Sie enthalten alle Unterlagen zum 885. Rodenkircher Markt, der vom 22. bis zum 25. September gefeiert wird. Die Verwaltungsangestellte hat sie weitgehend abgearbeitet.

Zum ersten Mal trägt Merle Lienemann die Hauptverantwortung für den Rodenkircher Markt. Am 1. Januar hat sie die Leitung des Ordnungsamtes der Gemeindeverwaltung übernommen – als Nachfolgerin von Hannes Miek. Und damit gehört auch das Amt der Marktmeisterin zu ihren Aufgaben. Mit 25 Jahren ist die Rodenkircherin nicht nur die erste Frau auf diesem Posten, sondern auch die jüngste Amtsinhaberin.

Keine Hausaufgaben

Merle Lienemann ist mit dem Rodenkircher Markt aufgewachsen. Soweit sie sich erinnern kann, hat sie keinen versäumt. Schon mit dem Kindergarten hat sie jedes Jahr einen Marktbummel unternommen. Und jedes Mal stieg die Gruppe in das Rundfahrgeschäft Rendezvous. „Das ist für uns besonders langsam gefahren“, erinnert sich Merle Lienemann.

Als Grundschülerin lernte sie, dass die Lehrer an Markttagen grundsätzlich keine Hausaufgaben verlangen. Am Gymnasium Nordenham waren die Pädagogen noch nicht so weit. „Aber die zwei Tage im Jahr habe ich auch überstanden“, sagt Merle Lienemann lachend.

Im August 2010 tauschte sie die Schulbank gegen den Schreibtisch und begann bei der Gemeindeverwaltung ihre dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Dabei lernte sie alle Ämter kennen, und wie es sich gehört, kam sie nach einem Dreivierteljahr im Ordnungsamt an – und zum ersten Mal war der Markt für sie nicht nur ein Freizeitspaß. Sie half bei der Organisation mit und unterstützte die Schweinskopfversteigerung am Montagvormittag, wo sie als eine von drei Kräften Geld einsammelte.

Nach dem Ende der Ausbildung kam sie 2013 fest ins Ordnungs- und Meldeamt und hatte wieder dienstlich mit dem Markt zu tun. Seitdem sie Marktmeisterin ist, weiß sie, wie viel Organisationsarbeit wirklich mit diesem größten Volksfest der Wesermarsch verbunden ist.

Die wesentliche Arbeit – attraktive Fahrgeschäfte gewinnen – hat sie schon gleich zu Anfang erledigt. Vier große neue Fahrgeschäfte sollen die Hauptattraktionen sein:

 Im V-Max mit seinen zwei Gondeln rasen die 16 Fahrgäste mit Tempo 120 bis in 55 Meter Höhe,

 der nagelneue Kettenflieger Speedwave ist ein würdiger Nachfolger für den Wellenflieger von Mario Blume, der nicht mehr kommt,

 Fuzzys Lachsalon ist mit 15 Metern höher als jedes andere Laufhaus, das je beim Rodenkircher Markt zu Gast war,

 und neu dabei ist auch der Flipper, der gegenüber der Markthalle stehen wird.

Jetzt arbeitet Merle Lienemann an der Werbung für den Markt, denn von den Roden-
kirchern allein kann er nicht leben. Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Spots im Radio – allen voran Radio Bremen 1 – und Plakate, 3500 an der Zahl, machen auf das größte Volksfest der Wesermarsch aufmerksam.

Die großen DIN-A1-Plakate werden in der Region aufgestellt – von Oldenburg bis Osterholz-Scharmbeck, von Leer bis Stade. Die kleineren DIN-A3-Plakate hängen bei vielen Firmen aus. Angesichts der großen Zahl ist Merle Lienemann froh, dass sie ehrenamtliche für die Verteilung hat und dass manch einer die Plakate, die in seinem Unternehmen hängen sollen, selbst im Rathaus abholt.

Bewerbungen für 2019

Urlaub jedenfalls macht die neue Marktmeisterin bis zum Markt vermutlich nicht mehr. „Ich hätte mich auch woanders gedanklich ständig mit dem Fest beschäftigt“, sagt sie.

Aber das tut Merle Lienemann sowieso fast immer. Außerdem liegen schon jetzt die ersten Bewerbungen von Schaustellern für 2019 vor. Doch darum kümmert sie sich erst, wenn dieser Markt vorbei ist. Wie jeder Marktmeister vor ihr sagt sie: „Nach dem Markt ist vor dem Markt.“

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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