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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mit Pinsel und Farben Denkräume öffnen

31.08.2017

Ruhwarden Man sagt, dass mitunter zwei Herzen in jemandes Brust schlagen. Bei Klaus Trolldenier aus Ruhwarden sind es gleich drei. Da ist der freie Maler, der Farben und Formen liebt und diese mit Schwung auf die Leinwand bringen möchte. Da ist aber auch der Schiffbauingenieur, detailversessen und mit einer sich automatisch aktivierenden Kontrollfunktion im Kopf. Und da ist der Ehemann einer Frau, die eine Galerie betreibt, in der immer neue Bilder immer neue Inspirationsquellen darstellen.

Wie Klaus Trolldienier das alles unter einen Hut bringt, können sich Interessierte ansehen, wenn er an diesem Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr im Rahmen der „Geizeiten“ für Besucher sein Atelier an der Sonnenstraße 1 öffnet.

Klaus Trolldenier zeichnete und malte schon als Jugendlicher gern. Und durchaus hätte er sich vorstellen können, Grafiker zu werden. Doch sein Vater riet ihm ab von derlei brotlosen Künsten. Zugleich hatte Klaus Trolldenier – was nicht unbedingt naheliegt für jemanden, der im fränkischen Aschaffenburg aufwächst – ein Faible für Schiffe. Da sein Vater aber auch vor seine Idee, Seemann zu werden, ein P setzte, entschloss sich der junge Mann zu einer Schiffbauerlehre. Im schleswig-holsteinischen Elmshorn, weit entfernt von der süddeutschen Heimat also, fand er einen Ausbildungsplatz.

Vier Künstlerinnen

laden im Rahmen der „Gezeiten“ für diesen Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr in ihre Ateliers ein. Es sind
  Christine Pape (Iffens, Stollhammer Deich 20),
Klaus Trolldenier (Ruhwarden, Sonnenstraße 1),
Paul Turrell (Iggewarden, Kamper Weg 2; Atelier nur am Sonntag geöffnet) und
Ursel Koop (Nordenham-Abbehausen, Butjadinger Straße 45). In ihrem Malgarten sich auch Scrimshaw-Arbeiten von Gert Rosenbohm aus Brake zu sehen.

Nachdem er den Gesellenbrief in der Tasche hatte, hängte Klaus Trolldenier ein Studium in Hamburg dran, das ihn für ein Semester auch nach Kiel führte. Dort wurden Vertreter von Siemens auf ihn aufmerksam, die jemanden suchten, der sich mit Schiffbau und Seefahrt auskennt – und zwar für ein seinerzeit noch zu Siemens gehörendes Unternehmen in Nordenham: die Norddeutschen Seekabelwerke. Am Tag vor der Sturmflut 1962 stellt sich Klaus Trolldenier bei NSW vor, acht Tage später fing er an – und wurde auf diese Weise doch noch zum Seemann. Auf der ganzen Welt verlegte oder reparierte er von Bord von Schiffen – darunter der „Neptun“, der damals als der weltgrößte Kabeldampfer galt – Seekabel.

Die Kunst hat Klaus Trolldenier, der 1976 von Nordenham nach Ruhwarden zog, in seinen 40 Berufsjahren und auch davor während seines Studiums nie aus den Augen verloren. Hamburg bot ihm die Möglichkeit, große Museen und Ausstellungen zu besuchen. In den 70er Jahren entdeckte er die Ölmalerei für sich, Anfang der 80er Jahre begann er, sich mit Radierungen zu beschäftigen.

Die heutige Galerie am Wehlhamm, die Klaus Trolldeniers Frau Silke betreibt, entstand 1979 als Kleines Atelier am Wehlhamm im Haus der Trolldeniers – genau in dem Raum, den Klaus Trolldenier heute als Atelier nutzt. Erst Ende der 80er Jahre kauften die Trolldeniers die alte Käserei der früheren Ruhwarder Molkerei, die heute die Galerie beherbergt.

Klaus Trolldenier wirkt derweil weiterhin in dem früheren Galerie-Raum im Obergeschoss seines Wohnhauses. Die Bilder, die dort entstehen, lassen sich nicht in eine stilistische Schublade stecken. Sie sind immer gegenständlich, doch das ist bei Klaus Trolldenier ein dehnbarer Begriff. Der Ruhwarder will sich auch gar nicht festlegen, sich nicht kategorisieren lassen. Er will lediglich das leisten, was seiner Meinung nach die Aufgabe von Kunst ist: „Denkräume öffnen.“ Die Geschichte zum jeweiligen Bild darf und soll sich der Betrachter gerne selbst machen.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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