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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Schatzsuche mit Weser-Pirat

27.05.2015

Harriersand Wenn Jörg Böckmann den Piratenhut mit den Zottelhaaren aufsetzt und seine Piratenstiefel anzieht, verwandelt er sich in „den stärksten Piraten der Welt“. Sein Name: Harry R. Sand. So führt der 51-jährige Vertriebsleiter Kinder und Erwachsene als „Piratenlehrlinge“ über die Weserinsel.

Anfang Mai ist die Saison gestartet, jetzt hat sich eine ganz besondere Gruppe zur Schatzjagd angemeldet: Oscar aus Bremern feiert mit seinen Freunden Geburtstag auf Harriersand. Der Achtjährige, der mit seinen Freunden extra im passenden Outfit angereist ist, darf auch gleich eine ganz besondere Aufgabe übernehmen: Er muss auf die Schatzkarte aufpassen.

Mit Karte, Säbeln und jeder Menge Abenteuerlust bewaffnet geht es dann über die Insel. Neben Oscar und seinen Freunden sind auch die Zwillinge Hannah und Charlotte aus Northeim mit dabei. Die beiden Neunjährigen kennen zwar niemanden in der Gruppe, finden aber schnell Anschluss. Nicht zuletzt, weil Harry stets bemüht ist, alle Teilnehmer gleichberechtigt einzubeziehen und auf Zusammenarbeit zu setzen: „Wir können den Schatz nur finden, wenn wir zusammenarbeiten.“ Und so stapfen die sieben Kinder zusammen mit Harry und seiner „Piratenbraut“, Andrea Böckmann, über die Insel.

Vorbei geht es auch am Zeltplatz, wo Platzwart Carsten Renken das Treiben schmunzelnd beobachtet. „Es ist schon ein tolles Programm, das Jörg da zusammenstellt.“ Touren für Kinder und Erwachsene hat Renken schon beobachtet. „Keine Tour ist gleich, und es kommt immer mal was anderes dazu.“ Besonders toll sei es auch, dass die Kinder etwas über Harriersand lernen, ergänzt Petra Renken. „Wir hatten schon Kinder, die dachten, die Insel sei Wangerooge“, sagt sie kopfschüttelnd.

Wer die Schatzsuche mitmacht, ist da am Ende schlauer. Fragen zur Insel gehören nämlich auch zu den Aufgaben. Der ungewöhnliche Reiseführer mit dem Piratenhut erzählt den Kindern unterwegs aber auch immer mal die eine oder andere Geschichte.

Und Geschichten gibt es genug. Seit 2007 lebt Jörg Böckmann auf der Flussinsel. Die Schatzsuche hat ursprünglich als Geburtstagsfeier für seine Tochter angefangen, seit 2014 bietet das Ehepaar sie regelmäßig für Gäste an. Nebenbei schreibt Jörg Böckmann noch an einem Buch über die ganzen Piratengeschichten, die ihm im Kopf herumschwirren. Das Problem: Es kommen immer neue Ideen hinzu. So wurde jüngst erst das riesige Osterei aus der Fußgängerzone zum Drachen-Ei deklariert und vor die Strandhalle gestellt. Die ganzen neuen Ideen sorgen zwar für abwechslungsreiche und wechselnde Touren, „sie machen aber das Buch nicht einfacher“, sagt Böckmann und lacht.

Rund zwei Stunden dauert die Suche meistens. So auch dieses Mal. Mit vereinten Kräften ziehen die Schatzräuber an den Ecken einer Holzkiste. Im Inselhaus, der Piratenhöhle, wird der Schatz dann bei einem Piratenschmaus gerecht verteilt.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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