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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

THEATERPREMIERE: Schlucktied beim arbeitsscheuen Bauern

05.11.2009

FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE Ein Zentner Rüben gibt zehn Liter Schluck. Und der bringt ordentlich Zaster. „Wo kann man das in der Landwirtschaft verdienen?“, fragt Heiko, aus dem Krieg heimgekehrter Jungbauer. Und so tüftelt der Spirituosen-Freund mit Knecht Jan an der Rezeptur. Die Schluckbuddel avanciert zur wichtigsten Requisite in der Komödie „Up Düvels Schuvkar“. Am Dienstag feiern die Plattdüütschen Premiere. Sie liefern eine gelungene Darbietung, die von den 60 Besuchern im Kasino FAH mit viel Beifall belohnt wird.

Der Schwank von Karl Bunje gehört zu den Klassikern des niederdeutschen Theaters, wurde unzählige Male von unzähligen Bühnen aufgeführt. Nach mehreren Abstechern ins leicht ernsthafte Metier wieder ein echter Schenkelklopfer der Plattdüütschen. Der kommt aber keineswegs angestaubt daher. Im Gegenteil: Das komische Potenzial des Stücks reizen die Darsteller aus, ohne in die Niederungen des Hauruck-Humors abzudriften. Die meisten Pointen zünden wie ein Silvester-Feuerwerk. Es gibt viel zu lachen in dieser herzerfrischenden Komödie.

Herzerfrischende Komödie

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Als Jungbauer Heiko Herken bringt Axel de Grave sein komödiantisches Talent voll zur Geltung. Einen Düvel schert er sich um den Stall, der seit Tagen nicht ausgemistet wurde. Da brennt er lieber Schnaps und macht dem Flittchen Helga (Bärbel Diekmann) schöne Augen. Magd Taline (Renate Brüggemann) sieht den Lebenswandel ihres Vorgesetzten mit kritischem Blick. Knecht Jan (Georg Schultz) dagegen findet großen Gefallen an der Schnapsbrennerei und vor allem an der Verkostung. Auch Wachtmeister Fied (Gerd Hantke) ist einem Schlückchen nicht abgeneigt. Die Flüchtlingsdeern Marie (Andrea Thormählen) fügt sich klaglos in ihr Schicksal, schält ohne Murren die Kartoffeln und treibt die Kühe zusammen.

Natürlich sorgt die Schnapsproduktion im Hause Herken für Verwicklungen. Bauer Heiko verlegt sie in einen Alkoven, der nur durch einen Kleiderschrank zu erreichen ist. Schließlich hat Wachtmeister Fied den Jungbauern auf dem Kieker. Da ist Vorsicht geboten. Schrank auf, Schrank zu. So geht das im Minutentakt. Und immer wieder wird nachgeschenkt. Wäre echter Korn in der Buddel – Georg Schultz und Axel de Grave hätten schon in der Pause mächtig einen sitzen.

Zweites Thema: die Liebe. Jungbauer Heiko verspricht gleich zwei Frauen die Ehe: der hübschen Helga wegen ihrer weiblichen Reize; der nicht mehr ganz taufrischen Taline wegen ihrer Arbeitsmoral. Auch das führt zu Verwicklungen. Kein Wunder, dass der leichtlebige Landwirt zwischen Frauenherzen und Hochprozentigem ins Trudeln kommt, während Taline bereits die Girlanden für die Verlobungsfeier aufhängt.

Mit großer Leidenschaft

Die Schauspieler, die allesamt mit großer Leidenschaft in ihren Rollen aufgehen, bereiten dem Publikum einen vergnüglichen Abend. Und ganz nebenbei rufen sie bei manch einem Älteren Erinnerungen ins Gedächtnis: Mit der Geschichte, dem Bühnenbild, den liebevoll ausgesuchten Kostümen öffnen die Plattdüütschen ein Zeitfenster, geben einen Blick in die Nachkriegszeit frei, als das Essen knapp war, die Not groß, die Arbeit mühsam, die Bauern erfinderisch – und als Theater nicht den Anspruch hatte, die Welt zu verbessern, sondern einfach nur unterhalten wollte.

Karten bei der Nordwest-Zeitung

Hinter den Kulissen: Hans-Günther Müller (Regie), Elke Puhl und Heidrun Winter (Regieassistenz/Inspizienz), Edith Dierksen (Souffleuse), Georg Modersitzki, Alexander Cleve, Manfred Scherotzki, Hans-Jürgen Nemeyer, Gerold Heinen und Werner Scholz (Bühnenbau), Erwin Heidemann (Bühnenmalerei), Almut Kowalski und Adeline Krupp (Kostüme/Requisite), Angelika Fensch und Sylke Rautzenberg (Maske/Frisuren), Detlef Janssen, Horst Krupp, Rolf Puhl und Kevin Heimbucher (Technik).

Termine: Die Komödie „Up Düvels Schuvkar“ führen die Plattdüütschen noch neunmal auf: Abendvorstellungen (Beginn: 20 Uhr) sind am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. November, Dienstag, Mittwoch und Sonnabend, 10., 11. und 14. November, sowie am Donnerstag und Freitag, 19. und 20. November. Nachmittagsvorstellungen (Beginn: 15 Uhr) sind am Sonnabend und Sonntag, 7. und 8. November. Am 6., 10. und 20. November spielt Käpt’n Bligh, die A-cappella-Gruppe des Nordenhamer Shantychors, im Vorprogramm.

Karten für die Aufführungen gibt es im Vorverkauf in der Geschäftsstelle der Nordwest-Zeitung an der Bahnhofstraße 31.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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