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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kompakt: 400 Jahre Kirche auf 40 Seiten

13.03.2019

Schwei Rund 40 Seiten im praktischen Manteltaschenformat: So soll der neue Kirchenführer für St. Secundus Schwei aussehen. Klar, dass nicht jede Einzelheit aus der reichen Geschichte des 400 Jahre alten Gotteshauses berücksichtigt werden kann.

Dennoch dürfte es sich um ein lesenswertes Buch handeln, wie die Autorin Dr. Ivonne Kaiser bei einem ersten Überblick am Montagabend in der Jahreshauptversammlung des Kirchbauvereins deutlich machte. Seit sechs Monaten arbeitet die Archäologin schon an dem Werk, das im Oldenburger Isensee-Verlag erscheinen und den überholten Kirchenführer von Wolfgang Runge ersetzen soll.

Wer war Secundus?

Was die Baugeschichte angeht, will es die Autorin bei einigen Eckdaten belassen. Aber die geschichtlichen Zusammenhänge und besondere Hintergründe will sie schon erläutern. So will sie die Frage beantworten, was eigentlich zum Bau der Kirche geführt hat. Waren es Flutschäden am Vorgängerbau? Oder war es der Einwohnerzuwachs infolge der Besiedlung von Schweieraußendeich?

Und nach welchem Secundus ist die Kirche überhaupt benannt? Zu dieser Frage forscht der pensionierte Pfarrer Gerhard Roos. Sein Resümee in der Versammlung: „Ich komme immer wieder auf den spanischen Märtyrer zurück, der seit langem als Namensgeber gilt.“

Klar ist, dass das Kirchengelände als Außenhof des Klosters Hude gegründet worden war und nach der Reformation von den Oldenburger Grafen in zwölf Pachthöfe aufgeteilt worden war. Dass die Oldenburger Grafen in Schwei überhaupt etwas zu melden hatten, lag an der Schlacht bei Hartwarden 1514, die deshalb auch in dem Buch nicht fehlen darf.

Jurat pflanzt Kastanie

Nicht fehlen darf ebenfalls der Kirchjurat Anton Meinen (1713 bis 1798), ein Nachfahr des Pastors Anton Günther Faselius, der von 1653 bis 1680 im Amt war, dessen Bild in der Kirche hängt, und ein Vorfahr der Familie Wulff. Anton Meinen hatte nicht nur die Torlöwen an der Kircheneinfahrt gespendet, sondern auch die bei den Schweiern so beliebte Kastanie gepflanzt, die am 4. März 2016 gefällt worden war. Am 30. April 2017 war aus Resten des Stamms ein von Claus Wettermann geschaffenes Kunstwerk eingeweiht worden.

Dr. Cord Diekmann, der Erste Vorsitzende des Kirchbauvereins, hatte zur Geschichte der Kastanie geforscht und dabei die gut 150 Jahre alte Schweier Chronik des Pastors Konrad Muhle gelesen und sich auch im Oldenburger Staatsarchiv umgesehen. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass das bisher angenommene Pflanzdatum 2. September 1891 – der 2. September war als „Sedanstag“ der höchste Feiertag des Kaiserreichs – überhaupt nicht hinkommen kann. Denn ein Bild von 1855 zeigt die schon ausgewachsene Kastanie. Jetzt nimmt Diekmann ein Datum um 1750 an. Die Kastanie war also mehr als doppelt so alt wie gedacht.

Auch zum Stand der laufenden Projekte informierte Cord Diekmann:
 Am Kastanien-Kunstwerk wird eine Erklärtafel aufgestellt.
 Die Restaurierung der Kanzelfiguren durch Uwe Pleninger wird im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen.
 Auch die Priestergrabplatte aus dem 13. Jahrhundert, die bei der Wiederöffnung des Nordportals gefunden wurde, erhält eine Erklärtafel, deren Text Achim Knöfel, Denkmalschutz-Experte des Oberkirchenrats, verfasst.
 Die elektronische Sicherung zur Öffnung der Kirche wird bis zum 1. April installiert.
 Der Chorraum soll ausgeleuchtet werden, damit der Altar nicht „im Dämmerlicht verschwindet“, wie Diekmann sagte.
 Zur Mitgliederwerbung hat der Zweite Vorsitzende Ibeling van Lessen ein Faltblatt entworfen, das gedruckt werden soll. Die Zahl der Mitglieder stagniert bei 49.

Einstimmig bestätigten die Anwesenden im Gemeindehaus die Schriftführerin Renate Duhm und die Kassenwartin Katharina Meier im Amt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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