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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Sinti Swing mit beeindruckender Sängerin

03.01.2020

Seefeld Mit Musik aus den „Goldenen Zwanzigern“ des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt sich Chapeau Manouche aus Oldenburg schon lange: im Zentrum ihres Programms stehen die Werke von Django Reinhardt, dem legendären Jazzgitarristen und bekanntesten Vertreter der als Gypsy Swing bezeichneten Jazz-Variante. Am Neujahrstag des Jahres 2020 starteten sie die hoffentlich ebenso goldenen Zwanziger des 21. Jahrhunderts in Seefeld.

Nach der Begrüßung durch Mühlengeschäftsführerin Gesche Gloystein und Cornelia Iber-Rebentisch, die Stellvertretende Vorsitzende des Mühlenvereins, legte das Oldenburger Quartett zu dritt (!) mit zwei Kompositionen des großen Meisters los. Da Geiger Clemens Schneider verhindert war, gestalteten Bassist Benjamin Bökesch und die beiden Gitarristen Manolito Steinbach und Wilhelm Magnus den schwungvollen Auftakt eines überaus gelungenen Konzertabends im ausverkauften Mühlencafé.

Sechste Variante

Schon häufiger musste die Band an diesem Termin Veränderungen in der Besetzung vornehmen, etwa andere Geiger mitbringen oder Akkordeonisten, so dass es sich dieses Mal bereits um die sechste Variante „Chapeau Manouche“ handelte.

Ab dem dritten Song komplettierte Katja Knaus als Sängerin das Quartett und öffnete der Musik eine neue Dimension. Kenner von Chapeau Manouche kennen sie natürlich als Sängerin auf einer ihrer CDs, doch live hatte sie noch niemand gemeinsam gesehen. Ihre Gesangsstimme war seinerzeit in einem Tonstudio in Nordspanien den Aufnahmen ihrer vier Bandkollegen beigemischt worden, da Clemens Schneider um ihre wunderbare Gesangsstimme gewusst und die Verbindung hergestellt hatte. In Russland geboren und in Oldenburg aufgewachsen, war die studierte Jazzsängerin vor einiger Zeit nach Spanien verzogen.

In Seefeld zeigte sie ihre große Kunst und zog damit Band und Publikum in ihren Bann. Wenn sie mit ihrem Scat-Gesang gemeinsam mit Manolito Steinbach im Duett musizierte, konnte er seine Begeisterung nicht verhehlen und man hatte den Eindruck, ihr Mitwirken wirke sich allgemein sehr motivierend auf die Band aus. Das Publikum zeigte seine Begeisterung in Form von stürmischem und langanhaltendem Applaus.

Mit nahezu perfekter Phrasierung, also Gestaltung der Töne innerhalb einer musikalischen Phrase hinsichtlich Lautstärke, Rhythmik, Artikulation und Pausensetzung, zeigte sie, wie gut sie ihr „Instrument“ beherrscht. Die Abstimmung mit den Kollegen klappte mühelos – ein Blick, ein Nicken – die Zusammenarbeit wirkte harmonisch. Sowohl die englischen als auch französische Texte bereiteten ihre keine Mühe, wurden bezüglich Aussprache und Intonation überzeugend dargeboten. Dass die attraktive Katja Knaus über eine sehr sympathische Ausstrahlung verfügt, bei allem Können aber immer bescheiden und fokussiert wirkt, trägt natürlich zu ihrem großen Erfolg beim Publikum bei.

Sympathische Virtuosen

Schön, dass ihre Instrumentalbegleiter ihrerseits sympathische Virtuosen auf ihren Instrumenten sind und dass die Ansagen locker und gleichzeitig informativ sind. Schön auch, dass die Programmzusammenstellung die besondere Konstellation des Abends berücksichtigt hat. Django Reinhardt schrieb nur wenige Gesangstitel, entsprechend darf sich die Zuhörerschaft an Swing-Klassikern wie „The Best Things in Life Are Free“, „I Can’t Give You Anything But Love“, „How High the Moon“, „Autumn Leaves“ oder „Mister Sandman“ erfreuen.

Aber auch Edith Piafs „La vie en rose“ oder Theo Mackebens Filmsong „Bei dir war es immer so schön“ betörten Ohren und Seelen der Neujahrskonzertgäste, für die zwei Stunden im Fluge zu vergehen schienen und von denen sich viele schon auf den 1. Januar 2021 freuen.

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