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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gefrorene Zeit im DIN-A2-Format

15.06.2019

Seefeld Sechs Knöpfe hat der Herd. Auf den hinteren Kochfeldern stehen eine Teekanne aus glänzendem Metall und eine Pfanne. Das Schwarzweiß-Bild im DIN-A2-Format, das diesen Gasherd zeigt, ist aus der Perspektive des kleinen Jungen aufgenommen, der Heiko Symann einst war.

Heute hat der Oldenburger die Schwelle zum siebten Lebensjahrzehnt überschritten, und plötzlich sind Erinnerungen wie dieses Stillleben wertvoll. Heiko Symann freut sich, dass er dieses und viele andere Bilder aus dem Haus seiner Eltern gemacht hat – damals, als auch seine Mutter gestorben war.

Die zweite Ausstellung

Heiko Symann ist kein Künstler; er hat in Oldenburg Sozialwissenschaften studiert und sich dann in der Computer-Branche selbstständig gemacht. Seine ersten Fotos schoss er schon im Grundschulalter, seine erste Fotoausrüstung kaufte er sich vom Konfirmationsgeld, sein erstes Fotolabor richtete er sich als Student ein.

Doch erst kürzlich, im Februar, hat Heiko Symann Fotos ausgestellt – im Pressehaus der Nordwest-Zeitung an der Peterstraße in Oldenburg. Zu den Menschen, die diese Ausstellung sahen und dabei letztlich sich selbst wiedererkannten, gehörte Cornelia Iber-Rebentisch, die Zweite Vorsitzende des Seefelder Mühlenvereins. Sie nahm Kontakt zu dem Fotografen und verpflichtete ihn für die Seefelder Mühle. Seine Ausstellung wird am Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr eröffnet. Sie trägt den Titel „Das Haus meiner Eltern – Erinnerungen“.

Heiko Symann war sechs, als seine Eltern das Haus bauten. Das war 1964 in Sande. Der Vater hatte einen Knochenjob: Als Lastwagenfahrer transportierte er heißen Asphalt zum Straßenbau. Es reichte für einen bescheidenen Wohlstand mit den Dingen, die man so hatte in den Jahren des ausklingenden Wirtschaftswunders. Wie zum Beispiel einen Gasherd mit sechs Drehknöpfen.

Keller statt Kühlschrank

Einen Kühlschrank hatten seine Eltern nicht, wohl aber einen Keller mit Regalen, in denen Weckgläser standen. Wie oft war Heiko von seiner Mutter nach unten geschickt worden, eines zu holen?

Der Vater erkrankte, ging früh in Rente. Die Wirtschaftswundereinrichtung wurde zu einer Art lebendigem Museum, ein Stück gefrorener Zeit, die Heiko Symann zunächst gar nicht so wahrnahm. 2009 starb sein Vater, er war fast 87 geworden, Neujahr 2013 folgte seine Mutter. Als Einzelkind erbte er das Haus in Sande mit allem, was dazu gehörte.

Er begann es mit einer Digitalkamera zu fotografieren: die Töpfe, den Blick aus dem Fenster, die Werkstatt, in der sein Vater einen glücklichen Lebensabend verbrachte. Heiko Symann investierte Geld in einen ordentlichen Drucker, der die Fotos in DIN-A2 ausdruckte. Einige DIN-A1-Formate gab er in Auftrag.

 Bis zum 8. September sind die Arbeiten in der Mühle zu sehen. Am Sonntag, 27. Juli, führt der Fotograf ab 15 Uhr durch die Ausstellung, und am Freitag, 6. September, bietet er ab 17 Uhr eine Erzählvesper.  

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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