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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mit der Autokutsche zum Schützenball gefahren

01.12.2017

Seefeld Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verkehrte eine seltsame Kutsche auf Seefelder Straßen: Jemand hatte einen alten Opel Blitz so umgebaut, dass er ein Pferd davor spannen konnte.

Lebhaft erinnerte sich Reiner Böning, 81 Jahre alt, wie seine Schwester mit diesem seltsamen Gefährt zum Schützenball in Brake abgeholt wurde. Nach den schwierigen Kriegsjahren boten die Bälle eine willkommene Gelegenheit, die verlorene Jugend nachzuholen.

Zusammen mit seiner Frau Winfriede war Reiner Böning einer der Gäste, die der Künstler Micha Kranixfeld eingeladen hatte, mit ihren Erinnerungen das erste Erzählcafé in der Seefelder Mühle zu eröffnen. Bei Kaffee und Kuchen betrachteten die Gäste alte Fotos und Plakate und erzählten Anekdoten.

Mit Überraschungen

Micha Kranixfeld ist seit Mitte Oktober in Seefeld zu Gast, um sich kreativ mit der Frage „Wie kann man ein Jubiläum begehen?“ auseinanderzusetzen. In Seefeld sind ihm schnell die sogenannten Vereinsbälle aufgefallen, die er in dieser Form aus seinem eigenen Dorf in Nordhessen nicht kennt.

Am 27. Januar findet nun im Dorfgemeinschaftshaus Seefeld ein Winterball statt, für den verschiedene Vereine Überraschungen gestalten, und wo Gäste auch neue Tänze lernen können. Zunächst aber besteht die Arbeit von Micha Kranixfeld nun in der Sammlung von Anekdoten, die in Form eines künstlerisch gestalteten Magazins veröffentlicht werden sollen.

Zu sammeln gab es genug: Hermann König berichtete von seiner Zeit hinter der Theke im Schützenhof Reitland, wo die Dielen vom wilden Tanzen zu beben begannen. Regina Hartmann erzählte vom Jugendball in der Friedeburg, bei dem sie ihren Mann kennenlernte. Der Raum war damals gefüllt mit Jugendlichen, die ihre eigene Musik hören wollten und sich nach dem Ende der als zu starr empfundenen Konventionen jener Zeit sehnten. Der Höhepunkt des Abends war der Moment, als der Saal verdunkelt wurde und man im schummrigen Licht der Discokugel enger zusammenrückte.

Charly statt Persico

So wurde aus dem Erzählen über die Bälle auch ein Nachdenken über die Veränderungen: Der Siegeszug der Disco hat manche Bälle genauso verändert wie das Krügesterben oder der demografische Wandel. Eins aber ist klar: Getanzt wird auf dem Land nach wie vor. Und statt Persico trinkt man eben Charly.

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