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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Wie der Egoismus die gelben Säcke füllt

10.09.2018

Seefeld „Wir wissen genau, was wir besser machen können, sind aber oft zu bequem dazu. Das ist doch ein bisschen normal.“ So lauteten nicht nur die Schlussworte auf der Bühne. Sie sind auch die Botschaft, die die Theatergruppe des Seefelder Mühlenvereins mit ihrer Neuinszenierung „So viel du brauchst“ vermitteln möchte. Mit kleinen Szenen aus dem Alltag zum Nachdenken über das Konsumverhalten und den dabei entstehenden Müll sowie zum Bessermachen anzuregen, gelingt den 14 Darstellern unter der Regie von Heike Scharf mit einer eindrucksvollen Darbietung.

Selbst erarbeitet

Vorgabe für das Stück war, dass es zum Jahresprojekt des Mühlenvereins passen muss. Das lautet „Gutes Morgen, Stadland!“ und thematisiert Zukunftsfestigkeit und Nachhaltigkeit. Die Szenen haben die Darsteller gemeinsam mit Heike Scharf erarbeitet. Sie beinhalten nichts Überraschendes, weil sie eben das alltägliche Leben in vielen Haushalten widerspiegeln. Manchmal leicht ins Skurrile gedreht oder mit einer Portion Humor versehen, bleiben die Dialoge und Darbietungen nicht ohne Wirkung auf die Zuschauer. Sie fühlen sich ertappt. Doch folgen dem Nachdenken über Konsum und Müll auch Konsequenzen?

Sechs weitere Vorstellungen

Hinter der Bühne sind neben den Darstellern und der Regisseurin auch die Licht- und Tontechniker Lukas Mendelsohn, Tjark Sommer und Leif Malle, die Kulissenbauer Bärbel Menkens, Martina de Boer und Gerd Heidemann sowie Maskenbildnerin Irmgard Rüthemann und die Veranstaltungsorganisatorin Anke Eymers am Erfolg der Inszenierung beteiligt.

Weitere Aufführungen finden von diesem Montag, bis Freitag, 14. September, täglich ab 19.30 Uhr sowie am Sonnabend, 15. September, ab 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Seefeld statt. Karten für 12 Euro gibt‘s an der Abendkasse und können im Mühlenbüro bestellt werden: Telefon 04734/ 1236 oder kulturzen- trum@seefelder-muehle.

Schauplatz von „So viel du brauchst“ ist eine Reihenhaussiedlung mit sechs Wohnungen. Dafür musste eine Langbühne an gleich zwei Wänden des Dorfgemeinschaftshauses geschaffen werden, wo die insgesamt zehn Aufführungen stattfinden. Die Sitzreihen für das Publikum sind aber so formiert, dass jeder eine gute Sicht auf das Geschehen hat. Und so bleibt den Zuschauern auch nicht verborgen, dass sich im Laufe der Vorstellung die Bühne in eine Müllhalde verwandelt.

Etliche Facetten des Themas „Konsum und Müll“ werden in einer Wohngemeinschaft deutlich, die die drei Singles Anne König (Roswitha Barre), Sandra Bach (Conny Jürgens) und Silke Horn (Meike Peschke) mit dem Ehepaar Monika (Karin Rebmann) und Alois Keller (Klaus Janssen) bilden. Statt eines Spazierganges an der frischen Luft wird eine Spazierfahrt in einem Oldtimer unternommen. Und obwohl ihnen bewusst ist, dass den Geschäften im Ort das Überleben genommen wird, forcieren die Mitglieder der Wohngemeinschaft den Konsum per Internetbestellung.

Auf der ständigen Jagd nach neuen Angeboten sind die beiden Nachbarinnen Ulla Fuchs (Heike Barre) und Emma Rath (Irmgard Rüthemann). Daran ändert auch nichts ein zwischenzeitliches Nachdenken über den täglichen Fleischverzehr.

Stewardess Ellen Sommer (Anja Thümler) versorgt auch ihre ständig nach dem neuesten Look Ausschau haltenden Nachbarin Mara Runge (Anneliese Kling) mit billigen Klamotten aus asiatischen Ländern. Dass Ellen nach einem Besuch einer Herstellerfirma in Shanghai über die dortigen Verhältnisse, die weder umweltfreundlich noch fair sind, empört ist, kann Mara nicht verstehen. Ihr ist nur wichtig, dass es sich um Markenware handelt.

Mit Udo Jürgens

Einen Gegenpol zu unserer Wegwerfgesellschaft bilden die Brüder Schoppenhauer. Während Burghard (Gerhard Knoth) sein handwerkliches Geschick nutzt, um kaputte Geräte zu reparieren, verwandelt Winfried (Wolfgang Szyslo) mit viel Kreativität Schrott und Abfälle in Kunstwerke. Das führt zu einer amüsanten Bekanntschaft mit der Nachbarin Hilde Hübler (Anke Kloppenburg), die die beiden Eigenschaften der Brüder vereint. Die überaus gelungene Darbietung des Trios von Udo Jürgens‘ „Merci Cherie“ bildete den eher komödiantenhaften Teil der Neuinszenierung.

Das gilt teilweise auch für Luise (Anne Grabhorn) und Jan Brasch (Dittmar Sprekelmann). Sie verfolgen im Stile von Waldorf und Statler aus der „Muppet-Show“ von einem Balkon aus das Geschehen auf der Bühne, das sie mit markigen und sarkastischen Äußerungen kommentieren.

Eine Anliegerversammlung wegen einer geplanten Umgehungsstraße vereint alle Bewohner der Reihenhaussiedlung auf der Bühne. Es wird lebhaft diskutiert. Letztlich machte jeder nur seine eigenen Gründe für eine Ablehnung oder Zustimmung gelten. Mit einem mehrfachen „Ich“ kehren die Darsteller in ihre Wohnungen zurück.

Rolf Bultmann
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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