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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Sehr einfühlsam und ausdrucksstark

27.03.2017

Seefeld Es ging um Volks- und Liebeslieder, teilweise längst vergessen und aus Archiven hervorgeholt, teilweise auch heute noch jedem bekannt. Die Gruppe Grenzgänger um den Bremer Liedermacher Michael Zachcial gastierte in der Seefelder Mühle mit ihrem neuesten Programm mit dem Titel „Brot & Rosen“ vor vollem Haus.

Anhand des sorgfältig aus sechs Jahrhunderten ausgewählten Liedgutes sollten auch die Bedingungen im Alltag ihrer Entstehung durch interessante wie auch zum Nachdenken anregende Texte deutlich gemacht werden.

Zur Einstimmung wählte das bereits seit 25 Jahren bestehende erfolgreiche Quartett die bekannte Weise „Ich weiß nicht was soll es bedeuten“ aus der Feder von Heinrich Heine.

Hierbei fiel sogleich das sehr einfühlsame Arrangement kombiniert mit der sehr ausdrucksstarken Stimme von Michael Zachcial auf. Die ungewöhnliche Besetzung mit Felix Kroll am Akkordeon, Annette Rettich am Violoncello und Frederic Drobnjak sowie Michael Zachcial – beide an den akustischen Gitarren – nutzen die vier gut aufeinander abgestimmten Musiker, um den alten Liedern ein modernes vielfältiges Gewand zu verleihen.

So wurden den alten Volksliedern beispielsweise Blueselemente, Countryklänge oder auch Tango-Rhythmen unterlegt. Kein Lied glich dem anderen. Auch die Textinhalte offenbarten eine weite Spannbreite zwischenmenschlicher Beziehungen um das Thema Liebe herum.

So handelte beispielsweise das aus den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts stammende Lied „Gegensätze ziehen sich an“ von einem Polizeikommissar und einer Anarchistin. Das Schicksal dieses ungleichen Paares endete tragisch, indem sie sich in die Luft sprengten.

Diese Tragik nahm Michael Zachcial zum Anlass, das Augenmerk von diesem historischen Lied auf aktuelle Selbstmord-Attentate zu lenken.

Im weiteren Verlauf des Konzertes konnte man einen ersten, nicht unbedingt erfreulichen Dialog zwischen einer jungen Frau und ihrer zukünftigen Schwiegermutter in einer beschwingten Wiedergabe einer alten Volksweise miterleben.

Überraschenderweise erklang kurze Zeit später auch die Melodie des heute noch gerne gesungenen Weihnachtsliedes „O Tannenbaum“.

Für viele Anwesende neu war der Text seiner Originalfassung, der ursprünglich als altes studentisches Trinklied die Untreue der geliebten Frau zum Inhalt hatte.

Am Ende des gut zweistündigen unterhaltsamen und interessanten Abends mit viel guter, lebendig vorgetragener Musik, umrahmt von zum Nachdenken anregenden Gedanken, Texten und Gedichten, bedankte sich das begeisterte Publikum mit lang anhaltendem Applaus.

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