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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

So verändern neue Straßen ein Dorf

05.09.2018

Sillens /Waddens Die heutige Landesstraße 858 von Rahden nach Burhave war schon früh ein Segen für Sillens und für Waddens. Das erfuhren die Teilnehmer der Gezeiten-Veranstaltung in diesen beiden Dörfern. Unter dem Titel „Änderung der Dorfstruktur – Neue Straßen verändern ein Dorf“ erklärten Eckhard Dunkhase aus Sillens, und Dieter Hibbeler aus Waddens, Entwicklungen in den ältesten und jüngsten Butjadinger Dörfern, Sillens und Waddens.

„Sillens hat von Beginn eine Umgehungsstraße“, berichtete Eckhard Dunkhase von einem nördlich an dem Wurtendorf entlangführenden Vorläufer der Landesstraße 858 zwischen Waddens und Langwarden. „Waddens hingegen ist 1880 eigentlich erst durch den Ausbau der Straße von Einswarden nach Burhave entstanden“, erzählte Dieter Hibbeler.

Frühes Wurtendorf

Im Sillenser Ortskern begrüßte die Sprecherin der Kunst- und Kulturwochen, Renate Knauel, die 27 Radfahrer auf dem höchsten Punkt im Dorf, 4,90 Meter über Normalnull. Zunächst zu Fuß führte Eckhard Dunkhase durch das 2000 Jahre alte Wurtendorf, das im 11. Jahrhundert durch den Bau eines Ringdeiches vor den Fluten geschützt wurde. Mit dem Rad ging es nach Waddens.

Am Seekweg zeigte Dieter Hibbeler beim Haus von Mario Wefer einen Weg, der kein Namensschild hat, der aber „Dieksstall“ heißt. Die „Deichstallung“ war die Grundfläche eines um 1200 gebauten Längsdeiches, der jetzt auch Sillens mit schützte. Die Teilnehmer radelten auf diesem Weg, der auf den Privatweg Sillenser Palz stößt.

Dieser Weg war selbst für Einheimische ein Geheimtipp, wie auch schon die kleinen Wege rund um Sillens vorbei an der ehemaligen Schule hin zu dem letzten erhaltenen Flurenpfad. So versteckt, dass man diesen Pfad leicht übersieht, so schmal, dass man hintereinander gehen muss.

Waddens würde heute wohl nicht Waddens, sondern Klein Eckwarden heißen, wenn die bei der Katharinenflut 1685 stark beschädigte alte Kirche nicht auf der Brüddewarder Wurt wieder aufgebaut worden wäre. Dieter Hibbeler berichtete, dass eine königliche Deichschaukommission zu dem Ergebnis kam, man könne „nicht ohne Tränen ansehen“, was die Sturmflut in dem Dorf angerichtet hatte. Die erste Kirche, die 500 Meter außerhalb des jetzigen Deiches etwa in der Richtung lag, wo der Ziegeleiweg auf den Deich stößt, war schwer beschädigt. Sie hatte kein Dach mehr, der Turm war instabil und der Pastor nach Blexen versetzt worden.

Das Kirchspiel Waddens sollte Burhave zugeschlagen werden, heftige Proteste bei König Christian V. von Dänemark verhinderten dies. Der damalige Regent im Oldenburger Land befürwortete und unterstützte den Neubau maßgeblich. Die St.-Marcellinus- und Petri-Kirche wurde 1695 auf der Brüddewarder Wurt fertiggestellt und trug dazu bei, dass die Siedlungen Klein Eckwarden und Brüddewarden zu Waddens zusammenwuchsen.

Eine Chance für das Dorf

„Sillens ist im Laufe der Jahre von allen Entwicklungen abgehängt worden“, erinnerte Eckhard Dunkhase daran, dass das Dorf mal einer der größten Orte Butjadingens war. Er sah darin jedoch auch eine Chance, „denn es gibt große Pläne für Sillens“. Er berichtete vom ehemaligen Hof von Häfen, auf dem sieben Wohnhäuser entstehen sollen. Die Pläne des Investors Christoph Geil fänden durchaus Zuspruch im Ort.

An der früheren Gaststätte Zum Rauchfang erzählte Eckhard Dunkhase, dass der Westersteder Besitzer hier Ferienwohnungen einrichten will. In der Gaststätte De Butjenter in Waddens erlebten die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen die Tour anhand von alten Kartenmaterial nach.

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