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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Solsbury Hill“ sorgt für den letzten Kick

17.03.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T08:43:46Z 280 158

Central-Theater:
„Solsbury Hill“ sorgt für den letzten Kick

Brake Lange Haare, Dreitagbart, Jeans und T-Shirt: Als Ray Wilson die Bühne des Central-Theaters betritt, jubeln ihm und seinen Mitstreitern über 200 Fans zu. Nach mehreren Auftritten in Brake gestaltet sich das „Genesis Classic“-Konzert für Wilson und Co. wie ein Heimspiel, die Fanfamilie ist versammelt.

Höchst professionell

Das große Werbebanner auf der Bühne „Genesis Classic“ lässt keinen Zweifel über die Musik des Abends aufkommen. Es ist zwar zwanzig Jahre her, dass Wilson die legendäre Mainstream-Band „Genesis“ samt Phil Collins verließ und sich seiner Solo-Karriere widmete. Mit seinem Bruder Steve Wilson (Gitarre, Gesang), Darek Tarczewski (Piano), Alicia Chrzaszcz, Basia Szelagiewicz (Geigen) und vor allem mit dem genialen Multitalent Marcin Kaijper (Bass, Saxophon, Querflöte, Klarinette) hat Ray Wilson aber eine höchst professionelle Truppe um sich versammelt, die „Genesis“-Titel nicht einfach nachsingt, sondern ihnen einen eigenen musikalischen Stempel aufdrückt.

„Es ist schön wieder in Brake zu sein, schön wieder in diesem alten Cinema zu singen“, eröffnet Ray Wilson das Konzert. Dafür, dass er das schottische Wetter mitgebracht hat, gibt es erst eine Entschuldigung, dann den ersten Song: „Follow me, follow you“. Diese Aufforderung nimmt das Publikum nur zu gerne an und wähnt sich wenig später wie im Paradies.

Die großen Hits von „Genesis“ stehen dann im Mittelpunkt, aber auch Stücke aus Wilsons eigener Feder haben ihren Reiz. Lang ist es her, dass Ray Wilson für eine schmallippig-einsilbige Ex-Freundin den Song „Baby Blue“ aufs Notenpapier brachte. Es ist ein hübsches Lied, mehr nicht, und deshalb entschuldigt sich der Sängers: „Ich war damals jung und brauchte Geld.“ Damit das Publikum nicht fortan am Blues leidet, folgen Songs mit philosophischen Betrachtungen über das Leben an sich, über den Wandel, über Schicksal und Chancen: „Lemon Yellow Sun“, „Change“ und der Klassiker von Mike and the Mechanics „Another cup of coffee“. Das Publikum singt begeistert den Refrain mit: „Don’t give up, don’t look back“.

Frühe Balladen

Auch die Balladen der frühen 70er wie Peter Gabriels „Carpet Colours“ haben in all den Jahren noch kein Moos angesetzt. Rockabilly-Qualitäten wie aus der Nashville-Schmiede bietet Steve Wilson mit seinem Gitarrensolo, beim Vivaldi-Intermezzo schlägt die Stunde der Geigerinnen, Piano und Saxofon absolvieren einen musikalischen Wettstreit mit symphonischen Qualitäten. Das letzte Stück vor den Zugaben ist „Solsbury Hill“, ein Stück von Peter Gabriel aus dem Jahr 1977, das die Zuschauer mit Standing Ovations feiern. Von Gabriel findet sich auch noch „Biko“ im Programm.

Die letzte Zugabe ist dann „Mama“ von „Genesis“. All things gonna be alright – mit diesem Gefühl endet nach den erklatschten Zugaben ein rockig-fetziger Abend mit Ray Wilson.