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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Sommernacht im kalten Februar

14.02.2013

Brake Für Norbert Ostendorf ist es um 20 Uhr schon ein langer Tag gewesen. Neben dem üblichen Tagesgeschäft mussten Ostendorf und die Filmvorführer Fritz Labbow und Ede Feddermann am Dienstag Interviews absolvieren (die NWZ  berichtete). Höhepunkt des Tages ist dann aber das Konzert mit Ciaram Granger.

Zunächst spielt jedoch als Support „Lyrical Waves“ aus Nordenham. Nicole Westermann und Andreas Plump bieten Cover-Versionen bekannter Songs, spielen aber auch eigene Kompositionen. Handwerklich und stimmlich überzeugend, bereiten die beiden Musiker die knapp 60 Gäste im Central-Theater gebührend auf den Künstler aus Adelaide vor.

Der Mittzwanziger Ciaram Granger, der erst seit gut vier Jahren professionell Musik macht, tritt in Australien meist mit mehrköpfiger Band auf. Seine erste Tour durch Europa bestreitet er allerdings allein, nur mit Stompbox und Steel-Gitarre bewaffnet. Die Gitarre spielt er bei den meisten seiner Lieder als Slide-Gitarre mit dem so genannten „Bottleneck“ und ruft damit bei vielen Gästen Erinnerungen an den Auftritt von „Wille and the Bandits“ im Central-Theater hervor. Dies überrascht insofern, als dass man beim Kleidungsstil Grangers eher Musik in der Art eines Jack Johnson erwartet. Mit Hut, T-Shirt, Jeans und barfuß mutet Granger nämlich eher wie ein lässiger Surfer an, aber nicht wie ein großartiger Bluesrocker.

Musikalisch muss Granger den Vergleich zu Wille nicht fürchten. Sein Gitarrenspiel überzeugt auf ganzer Linie, selbst von gerissenen Seiten lässt er sich nicht aus dem Konzept bringen. Die Stompbox der Marke Wazinator, von Granger liebevoll „Wazzie“ genannt, sorgt während seines 90 Minuten dauernden Konzerts für einen zusätzlichen Beat im Hintergrund.

Granger spielt eine Mischung aus eigenen Kompositionen wie „Summer Night“ und „Going away“, aber auch Interpretationen bekannter Lieder wie „Voodoo Child“ von Jimi Hendrix oder „Slide“ von den Goo Goo Dolls. Die rauchig-sonore Stimme des Australiers und die meist schnellen Riffs und Rhythmen auf der Slide-Gitarre bahnen sich dabei ohne Umwege ihren Weg direkt ins musikalische Zentrum des Hirns.

Bei Liedzeilen wie „alles, was du bekommst, sind meine Gitarre und mich“ in der eingängigen Cover-Version des Gary Clark Jr. Liedes „I don’t owe you a thang“, möchte man unwillkürlich rufen: reicht auch vollkommen! Die Gäste drücken ihre Begeisterung aber dann doch lieber mit tosendem Applaus und zahllosen Autogrammwünschen aus.

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Central-Theater