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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Niederdeutsche Bühne: Spiel zwischen Realität und Farce

18.01.2016

Brake Kathi Hansen (Anna Ising) kommt ins Zimmer, wirft ihre Tasche achtlos in die Ecke. Sie setzt sich, die Kopfhörer immer noch auf den Ohren. Es gewittert, ansonsten ist Stille. Die Tür geht wieder auf. Kathis Mutter Lilli Hansen (Gabriele Borries) kommt herein, schleppt Reisetaschen, Kathi gibt sich unbeeindruckt. Die Exposition ist geglückt: Kein Ehemann zu sehen, bockige Tochter in der Pubertät und eine alleinerziehende, berufstätige Mutter, die ein bisschen Hilfe gebrauchen könnte.

Noch zwölf Aufführungen geplant

Die Komödie „Opa is de beste Oma“ wird von den Akteuren der Niederdeutschen Bühne Brake noch zwölf Mal aufgeführt. Nächste Termine sind am Donnerstag und Freitag, 21. und 22. Januar, jeweils ab 20 Uhr. Am Sonntag, 24. Januar, hebt sich der Vorhang um 15.30 Uhr. Weitere Aufführungstermine sind am 26., 28. und 30. Januar jeweils ab 20 Uhr sowie am 31. Januar ab 15.30 Uhr. Am 2., 3., 4. und 5. Februar beginnt das Stück jeweils um 20 Uhr. Die letzte Aufführung ist am Sonntag, 7. Februar. Beginn ist dann um 15.30 Uhr.

Als sich ein paar Minuten später Opa Paul Hansen (Klaus Decker) im wahrsten Sinne des Wortes ins Haus und somit ins Leben von Kathi und Lilli drängelt, ist das Dreigestirn perfekt. Kathi schließt ihren Opa sofort ins Herz, könnte er sie doch davor bewahren, ständig bei befreundeten Vegetariern essen zu müssen; Lilli hingegen ist wenig begeistert, den Vater ihres mit einem Dessous-Model durchgebrannten Mannes beherbergen zu müssen.

„Opa is de beste Oma“ heißt das aktuelle Stück der Niederdeutschen Bühne Brake, das am Freitag vor gut besuchtem Haus eine gelungene Premiere gefeiert hat.

Um ihren Opa weiter bei sich zu behalten, schmiedet Kathi den Plan, aus Opa Paul das Au-Pair-Deern „Pauline Winter“ zu machen. Der Plan glückt, „Pauline“ wird engagiert und die Entwicklungen nehmen ihren Lauf. Die Komödie „Opa is de beste Oma“, geschrieben von Lydia Fox und übersetzt von Gerd Meier, ist eine klassische Travestie, wie sie unter anderem durch „Charleys Tante“ oder „Mrs. Doubtfire“ bekannt ist. Regisseur Norbert Pfeiffer und seine Darsteller schaffen es, den bekannten Stoff nicht einfach so dahinplätschern zu lassen.

Vor allem die Dynamik zwischen Gabriele Borries auf der einen und Klaus Decker sowie Anna Ising auf der anderen Seite, macht das Stück sehenswert. Anna Ising überzeugt auf ganzer Linie und Klaus Decker sorgt als eher unfähiges Au-Pair-Mädchen gehobenen Alters für die besten Lacher des Abends. Vor allem die auf Situationskomik bauenden Dialoge und die plötzlichen Rückfälle in die männliche Stimme bei Decker begeistern.

Hinzu kommt, dass Regisseur Pfeiffer die Charaktere immer wieder die vierte Wand durchbrechen lässt. Sei es eher im klassischen Sinn, wenn zum Beispiel Gabriele Borries die Gründe für ihre Ablehnung von Paul direkt mit dem Publikum bespricht; sei es, wenn Anna Ising zu bedenken gibt, dass es „keine echten Blumen am Theater“ gibt oder sei es Klaus Deckers Einwand gegen seine Verwandlung: „Ich hab noch nie eine Frau gespielt.“ Auch wenn die so eingerissenen Wände den Zuschauer zuweilen etwas ratlos zurück lassen, tragen sie doch zum Charme des Stückes bei: „Opa is de beste Oma“ spielt mit den zwischen Realität und Farce changierenden Charakteren.

Aber nicht nur die drei Hauptdarsteller, auch die Nebenrollen sind erwähnenswert: Alexander Oetken spielt den in Lilli verliebten Verleger Claus Palmer, Elke Moorbeck-Böse spielt seine Mutter Ellen Palmer, die für mehr als einen stimmlichen Wechsel von Pauline zu Paul verantwortlich ist, und Jette Stührenberg mimt gleich zweimal die rotzfreche Botin.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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