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Britische Premierministerin May kündigt Rücktritt an
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Aktualisiert vor 10 Minuten.

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Britische Premierministerin May kündigt Rücktritt an

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Weil das Sterben zum Leben dazugehört

17.01.2018

Stollhamm Wenn Christine Heckmann auf dem Nordenhamer Wochenmarkt für ihr Anliegen wirbt, machen die Leute oft einen großen Bogen um ihren Info-Stand. Sie wollen sich mit dem Thema nicht beschäftigen. „Was hab ich damit zu tun? Das geht mich doch gar nichts an“, bekommt die 71-jährige Stollhammerin dann zu hören.

Am Ende entwickeln sich häufig gerade mit denjenigen, die einfach „flüchten“ wollten, gute Gespräche – Gespräche, in denen Christine Heckmann die Leute davon überzeugt, dass der Tod zum Leben dazugehört und kein Tabu-Thema sein sollte. Das ist schon seit vielen Jahre auch das Credo ihres Engagements für den Nordenhamer Hospizverein. Den auch für Butjadingen zuständigen Verein hat die Stollhammerin vor 20 Jahren mit aus der Taufe gehoben. Inzwischen ist sie die Vorsitzende.

Christine Heckmann ist in Stollhamm aufgewachsen, hat aber etliche Jahre in Coesfeld im Münsterland gelebt. Dort begann sie 1967 ihre Ausbildung zur Krankenschwester. Der Hospiz-Gedanke hatte Deutschland zu der Zeit noch kaum erreicht. Auch in dem Krankenhaus, in dem Christine Heckmann lernte, wurde über das Sterben und den Tod nicht geredet. „Das ist doch nicht richtig“, dachte sie sich damals schon.

In den 80er Jahren unternahm Christine Heckmann eine Studienreise nach England, um sich Hospiz-Einrichtungen anzusehen. „Ich war fasziniert davon, wie selbstverständlich dort das Sterben war. Wenn es zu Ende ging, ließen sich die Menschen die Haare machen und hörten ihre Lieblingsmusik. Wo hier alles steril war, gab es dort bunte Patchworkdecken“, erinnert sie sich.

Mit der Idee, einen Hospizverein für die nördliche Wesermarsch zu gründen, kehrte Christine Heckmann von England nach Hause zurück. Beruflich war sie inzwischen für die Sozialstation in Nordenham tätig, hatte dadurch Kontakte auch zur katholischen St. Willehad-Gemeinde, seitens derer Stefan Hübsch die Idee, einen Hospiz-Verein ins Leben zu rufen, vorantrieb. Kurz vor der Gründungsversammlung fragte er Christine Heckmann, ob sie bereit wäre, das Amt der Schriftführerin zu übernehmen. Die Stollhammerin, die bereits in Bremerhaven eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin absolviert hatte, sagte zu. Somit gehörte sie von Anfang an dem Vorstand des Hospizvereins an. Vom Amt der Schriftführerin wechselte sie auf den Posten der stellvertretenden Vorsitzenden. Seit April 2016 ist sie nun die Vorsitzende.

Der Hospizverein ist in den 20 Jahren seines Bestehens immer mehr gewachsen. Inzwischen beschäftigt er zwei hauptamtliche Koordinatorinnen, weil irgendwann ehrenamtlich die ganze Arbeit nicht mehr zu schaffen war. Im vergangenen Jahr hat der Verein 49 Menschen auf dem Weg in den Tod begleitet. Gut zwei Dutzend ehrenamtlich tätige Sterbebegleiter sind für den Verein tätig; hinzu kommen Trauerbegleiter – ein Bereich, auf den sich inzwischen neben der Vorstandsarbeit auch Christine Heckmann konzentriert.

Mitfühlen ja, mit leiden nein – so geht die 71-Jährige eine Aufgabe an, die sie als Geschenk empfindet und von der sie sagt, dass sie sie froh mache. „Mitunter habe ich das Gefühl, dass die Leute mir mehr geben als ich ihnen“, sagt Christine Heckmann.

In ganz anderer Mission war die Stollhammerin im vergangenen Jahr in Rastede unterwegs. An der dortigen Volkshochschule hat sie sich zur Clownin ausbilden lassen. Verblüfft stellte Christine Heckmann fest, dass ein Clown Fähigkeiten haben muss, die auch in der Hospizarbeit wichtig sind: Kreativität, Spontanität, Improvisationstalent. Und noch etwas: Christine Heckmann lacht gerne. Das darf sie als Clownin. Und das darf sie durchaus auch in der Hospizarbeit. „Da geht es schließlich nicht immer nur traurig zu.“

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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