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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Konzert In Stollhamm: Minutenlanger Applaus für Pianisten Ömer Sayan

24.09.2019

Stollhamm Vier Lehrer üben gleichzeitig mit einem einzigen Schüler – sicher für fast alle Pennäler ein Horror. Nicht so für Ömer Sayan, der zusammen mit dem Extra-Quartett für ein sehr beeindruckendes Konzerterlebnis in Butjadingen sorgte.

Doch der Reihe nach: Als Teil der Kunst- und Kulturwochen Gezeiten fanden und finden mehrere Konzerte im K3 statt, der 1952 erbauten ehemaligen katholischen Kapelle in Stollhamm. Mittlerweile gehört diese dem rührigen Ehepaar Digel aus Ruhwarden. Beide haben den von außen unscheinbaren Raum zu einem Konzertraum der Extraklasse umgestaltet. Die bunten Kirchenfenster, die bequemen und vielfarbigen Stühle, die indirekte Beleuchtung und aktuell die schwarzweißen Objekte des Kettensägenkünstlers Claus Wettermann: Mehr geht kaum!

Wehmütiger Einstieg

Nach der Begrüßung durch den Hausherren spielte das Extra-Quartett das Andante aus dem Streichquartett Nr. 13 „Rosamunde“ in a-Moll von Franz Schubert. Der geniale Musiker war 1823 im Alter von 26, als er das Stück schrieb, schon unheilbar an Syphilis erkrankt. Dementsprechend wehmütig und schwermütig fing der Abend an. Das Quartett besteht aus drei professionellen und studierten Musikerinnen, nämlich den Violinistinnen Beate Hermenau und Kathrin Torkel sowie Ute Extra an der Klarinette. Dazu kommt als männlicher Part am Cello Stefan Tönjes. Alle vier sind oder waren, Musiklehrer an den Gymnasien in Tossens und Nordenham. Jahrzehntelanges Üben merkt man, hört man, einfach perfekt gespielt!

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Danach dann Mozarts Klavierkonzert Nr. 13 in C-Dur, KV 415, mit Ömer Sayan am Klavier. Einfach toll, wie der junge Pianist und die vier „alten Hasen“ diese eher fröhlichen und konzertanten drei Sätze per Augenkontakt meisterten. Mozart schrieb dazu in einem Brief an seinen Vater: „Die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht. Sie sind sehr brillant – angenehm in die Ohren – natürlich ohne in das Leere zu fallen. Hie und da können auch Kenner allein Satisfaction erhalten – doch so – dass die Nichtkenner damit zufrieden sagen müssen, ohne zu wissen warum“. Genau so war es: Angenehm in „die Ohren“, auch für den Nichtkenner!

Herrlich locker

Nach einer kleinen Pause mit Wein und Snacks gehörte die Bühne dann nur noch Ömer Sayan. Er zog die über 50 Gäste sofort in seinen Bann. Dieser junge Mann, 17 Jahre alt und Zwölftklässler, konnte herrlich locker scheinbar belangloses Zeug über Musik erzählen, extrem witzig. Und dann spielte er auswendig und fehlerfrei Beethovens schwierige Sturmsonate.

Das Werk hat der große Meister in dem Bewusstsein geschrieben, dass seine beginnende Taubheit fortschreiten würde. Dementsprechend aggressiv und tempowechselnd hat er es angelegt, vielleicht in unserer Zeit vergleichbar mit „Bohemian Rhapsody“ von Queen.

Die Interpretation und der dynamische Anschlag von Ömer Sayan rissen jedenfalls die Zuhörer von den Sitzen, minutenlange stehend vorgetragene Ovationen nach dem „Sturm“ belohnten die Leistung. Es gab noch drei Zugaben, dabei wurden aus einem Buch mit komplizierten Brahms-Etüden einfach vom Publikum spontan die zu spielenden Nummern zugerufen.

Das Ausnahmetalent Ömer Sayan spielt erst seit 2013 Klavier. Auslöser waren der Kauf eines Keyboards durch den Vater und der Eintritt in die Streicherklasse des Gymnasiums Nordenham, die damals, so schließt sich der Kreis, von Stefan Tönjes und Beate Hermenau betreut wurden.

Mittlerweile hat Ömer Sayan schon lange Unterricht bei dem Klavierlehrer Sebastian Grothey von der Musikschule Wesermarsch. Die Musikschule hat ihm auch ein Klavier für zu Hause leihweise zur Verfügung gestellt, das ist eine extrem lobenswerte und lohnenswerte Förderung! Für das Publikum nur Schade, dass Ömer seine Zukunft momentan nach dem Abitur eher nicht als Pianist sieht. Aber da schauen wir mal!

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