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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kulturhaus Am Wattenmeer: „Superstar von Langwarden“ war ein Multi-Genie

05.10.2016

Langwarden „Er war ein Glücksfall für die gesamte Menschheit – jemand, der zig Nobelpreise verdient hätte.“ Das betonte Klaus Kertscher am Sonnabend beim ersten Gauß-Tag im Kulturhaus am Wattenmeer in Langwarden bei seinem Vortrag über Carl Friedrich Gauß (1777-1855).

Gauß-Quadratur, Gaußsche Normalverteilung, Gaußscher Integralsatz und Gaußsche Zahlen – die wissenschaftlichen Erkenntnisse des gebürtigen Braunschweigers finden sich in zahlreichen bis heute gültigen Formeln und Methoden der Mathematik. Und nicht nur das: Seine Leidenschaft für exaktes Denken lebte der „Fürst der Mathematiker“ auch als Astronom, Physiker und Geodät aus.

Carl Friedrich Gauß war auch in Butjadingen tätig. Seine Vermessungsarbeiten führten ihn im Sommer 1825 nach Langwarden, wo er im heutigen Kulturhaus am Wattenmeer übernachtete. Vor diesem Hintergrund hatte Betreiber Michael Remmers zum „1. Gauß-Tag mit Schul- und Saitenhieben“ eingeladen. Die Eintrittskarten für die Veranstaltung waren bereits im Vorfeld vergriffen. „Ich hätte doppelt so viele verkaufen können“, freute sich Michael Remmers.

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Nach der Begrüßung mit einem Gauß-Wein demonstrierte Bernd Bultmann zunächst die Funktionsweise des Gaußschen Heliotrops mit seinem selbst angefertigten Nachbau eines solchen Sonnenspiegels. Dank des guten Wetters gelang es dem Mathematik- und Physiklehrer der Tossenser Zinzendorfschule auf Anhieb, das Sonnenlicht mit einem nur postkartengroßen und drehbaren Spiegel vom Deich über 650 Meter bis hin zum Kulturhaus am Wattenmeer zu schicken.

Carl Friedrich Gauß hatte seinerzeit mit dieser Technik von Langwarden aus bis zu 40 Kilometer entfernte Punkte exakt angepeilt. Im Jahre 1825 hatte er mit dieser Technik und weiteren Berechnungen dann sogar die Entfernung von Göttingen bis nach Langwarden auf 20 Meter genau bestimmt.

Das Siebzehneck, eine weitere bahnbrechende Entdeckung von Carl Friedrich Gauß, war das Thema nach einer kurzen Kaffeepause. Bernd Bultmann erklärte den knapp 50 Teilnehmern die Besonderheit dieser geometrischen Figur. Weder den alten Griechen, noch den Römern oder Arabern war es je gelungen, die komplizierte Berechnung des Siebzehnecks vorzunehmen. Das Universalgenie Gauß erstellte sie im Alter von gerade 18 Jahren ganz nebenbei noch vor dem morgendlichen Aufstehen.

Nach seinem wissenschaftlichen Exkurs wechselte der Lehrer an die Gitarre. Bernd Bultmann gab für die Besucher im Kulturhaus mit seiner Band Ruhwarder Saitenhiebe ein Konzert, in das er auch manchen Mathematikerwitz einschob. Die Folkband aus Butjadingen und Nordenham erhielt viel Beifall.

„Ein Superstar in Langwarden“ war schließlich das Thema des Vortrags von Klaus Kertscher überschrieben. Der Vermessungsingenieur und Honorar-Professor der Jade-Hochschule vermittelte einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken des Multi-Genies Gauß. „Er war der Inbegriff von Klugheit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Korrektheit, führte aber auch ein Leben mit vielen persönlichen Schicksalsschlägen und Einsamkeit bis hin zu Depressionen“, meinte Gauß-Kenner Klaus Kertscher.

Der nächste Gauß-Tag ist bereits geplant. Anlässlich des 240. Geburtstages des „Superstars von Langwarden“ werden am 30. April 2017 Briefwechsel des Wissenschaftlers im Mittelpunkt stehen soll.

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