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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Tod und Sterben als Teil des Alltags

05.05.2008

WESERMARSCH Noch immer sind die Themen Tod und Sterben mit einem Tabu belegt. Umso mutiger vom Team „Kultur im Kirchdorf“ (KiK), die Themen zu einem eigenen Projekt des Kulturfestivals „Himmelfahrt Wesermarsch“ zu machen. Mit „Tod im Kirchdorf“ wurde der Tod als Teil des alltäglichen Lebens beleuchtet und es wurde versucht, einen unverkrampften Umgang mit ihm zu fördern.

„Uns war es wichtig, sensibel mit dem Thema umzugehen, aber auch, die Angst vor dem Tod zu nehmen“, erklärt Veranstaltungsorganisatorin Ahlke Cornelius-Uerlich. Neben Friedhofsgeschichten auf Platt- und Hochdeutsch, einer Fotoausstellung und Informationen der Hospizbewegung wurde vor allem für Kinder und Jugendliche ein ideenreiches Programm geboten.

Ursula Evers, Kindergartenerzieherin und Leiterin des evangelischen Kindergartens in Großenmeer, weiß aus Erfahrung, dass Kinder viel lockerer mit dem Tod umgehen als Erwachsene. Sogar lustig kann es zugehen, wenn sich der Nachwuchs mit dem Thema Sterben beschäftigt. Dies zeigte etwa die große Auswahl von Bilderbüchern, die Evers für die Veranstaltung ins Strückhauser Kirchdorf mitgebracht hatte. Aus dem Kinderbuch „Die besten Beerdigungen der Welt“ las sie für die jüngsten Besucher die Geschichte von Ester und ihren Freunden vor, die eine tote Hummel finden und daraufhin eine Beerdigungsfirma gründen, um alle toten Tiere aus der Nachbarschaft würdig zur letzten Ruhe betten zu können.

Auf einer Lan-Party schossen Jugendliche im Computer-Spiel „Counter-Strike“ gegenseitig aufeinander. Wer am längsten überlebte, gewann die Spielrunde. So sahen auch die Jugendlichen den Tod unverkrampft – zumindest den virtuellen.

Ordentlich gelacht wurde am Vormittag, als der Oldenburger Schauspieler Ralf Selmer und der Strückhauser Küster Hans-Gerd Höpken Friedhofsanekdoten aus Literatur und dem eigenen Erleben als Friedhofswärter zum Besten gaben.

Aber auch der Trauerarbeit wurde ausreichend Platz eingeräumt. Die Diakonie beriet über Hilfsmöglichkeiten für Sterbende und Angehörige, beispielsweise durch den Hospiz- und Sitterdienst. Karin Schelling-Carstens berichtete dabei von der Erfahrung, dass der Tod oft aus dem Leben ausgeklammert wird: „Heutzutage wird der Tod ganz weit weggestellt, keiner macht sich zu Lebzeiten Gedanken darüber, wie er sich seinen Abschied vorstellt.“

Die gelungene Veranstaltung „Tod im Kirchdorf“ könnte deshalb ein Stück dazu beigetragen haben, dass sich die Besucher mit dem Thema Tod und Sterben künftig bewusster auseinandersetzen.

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