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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zum Träumen – nicht nur für Kinder

13.09.2018

Tossens Zu einer Reise in die eigene Kindheit lädt die Ausstellung „Puppen und Co. Gestern und Heute“ ein, die der Arbeitskreis Gezeiten in seinem Programm der diesjährigen Butjadinger Kunst- und Kulturwochen präsentiert. Die Ausstellung findet an diesem Sonntag, 16. September, im katholischen Kommunikationszentrum Oase in Tossens (Nordseeallee 28) statt. Sie ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Sie soll, so heißt es in der Ankündigung, nicht nur Kinder träumen lassen.

Kuschelige Teddys

Von Puppen mit lieblichen Gesichtern, kuscheligen Teddys bis hin zu afrikanischen Fruchtbarkeitspuppen oder Voodoo-Puppen, die schon einmal in Gebrauch waren – Ursula Löffler, Ute Francksen und Hartmut Bolte haben wahre Schätze zusammengetragen.

Die Idee wurde schnell zum Selbstläufer. Immer wieder meldete sich jemand, der jemanden kannte, der Puppen hat. „Es lief durch Mundpropaganda. Wir mussten gar nicht dazu aufrufen“, erzählt Ursula Löffler.

„Die Idee zur Ausstellung kam von Frau Theuerkauf. Sie hatte 2016 an der Ausstellung ’Verborgene Schätze’ teilgenommen. Da ging es aber noch nicht gezielt um Puppen“, erzählt Hartmut Bolte. Doch weil Puppen gerade auch zum Thema Wandlungen bestens passen, waren sofort alle Feuer und Flamme für die Idee. „Bei Puppen gibt es so viele Veränderungen“, sagt Ursula Löffler.

Drei Organisatoren

Die drei Organisatoren haben alle Aussteller besucht und alle Stücke selbst angeschaut. Die Auswahl haben sie dann aber den Familien selbst überlassen. „Eine Familie aus Nordenham hat über 1000 Teddy-Bären. Wir wissen gar nicht, wie viele die mitbringen“, erzählt Hartmut Bolte.

Auch Bilder zum Thema Puppen und Kinderwelt werden gezeigt. „Die Kinder der 4. Klasse der Grundschule Abbehausen haben ihre Puppen gemalt“, berichtet Ursula Löffler.

Auch Kunstwerke

Werke der Butjadinger Künstlerinnen Christine Pape und Verena Rhyn-Bolte sind in der Ausstellung in Tossens ebenfalls enthalten. Besucher können sich zudem auf Puppenwagen und detailgetreu in Handarbeit hergestellte Puppenstuben freuen.

Zu den ältesten Ausstellungsstücken gehört das Kaspertheater von Ute Francksen. Rund 200 Jahre ist der Dachbodenfund alt. Auch unter den anderen Puppen sind Stücke, die teilweise 100 bis 150 Jahre alt sind. Auch die nicht ganz so alten Stücke haben oft eine bewegte Geschichte.

Mit Zöpfen

Ihre kleine blonde Puppe mit den Zöpfen bekam Ursula Löffler etwa im Jahr 1951 geschenkt, als sie als Kind in Liberia lebte. „Ich hatte damals auch solche blonden Zöpfe“, sagt sie, und zeigt auf ihr Portrait aus Kindertagen an der Wand.

Auf der Flucht

Ein anderes Ausstellungsstück sei mit seinem Besitzer auf der Flucht gewesen, erzählt Hartmut Bolte. Die betreffende Familie sei in den 1940er Jahren aus dem Osten geflohen. Weil sie nicht viel mitnehmen durfte, wurde die Puppe in ein Kissen eingenäht, damit das Kind sie nicht zurücklassen musste, erzählt Hartmut Bolte.

Aus den unterschiedlichen Materialien lässt sich auch noch einiges über das Zeitgeschehen ablesen. „Im 13. und 14. Jahrhundert waren die Puppen aus Holz geschnitzt oder gedrechselt. Sie hießen Docken. Wer Puppen hergestellt hat, war ein Dockenmacher“, erzählt Hartmut Bolte, der am Sonntag eine Einführung zur Geschichte der Puppe geben wird.

Puppen aus gummi

Später wurden Puppen aus Pappmaché hergestellt, was übersetzt „gekautes Papier“ heißt, berichtet Ursula Löffler. Im 19. Jahrhundert gab es dann schon Puppen aus Gummi.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden die bekannten Käte-Kruse-Puppen. „Damit wurden die Puppen ,bettfähig’, also auch etwas zum Kuscheln“, erzählt Ursula Löffler.

In Frankreich nahm die Geschichte dagegen eine ganz andere Entwicklung. „Dort waren Puppen nichts zum Spielen, sondern um die neueste Mode zu zeigen“, weiß Ursula Löffler.

Wie Modemagazine

„Sie wurden also genutzt, wie heute die Modemagazine“, fügt erläuternd Hartmut Bolte hinzu.

Mit der heutigen Barbie-Puppe, die ebenfalls immer in der neuesten Mode eingekleidet ist, schließt sich der Kreis. Und natürlich sind sie auch in der Ausstellung am Sonntag in Tossens zu sehen. „Die Barbies bekommen wir von Schülern der Zinzendorfschule in Tossens“, freut sich Mitorganisatorin Ursula Löffler.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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