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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zinzendorfschule: Ironisch gefärbtes Bild der DDR

25.06.2018

Tossens Wie immer, wenn die Theaterpädagogin Connie Howell einen geeigneten Stoff gefunden hat, passt sie die Handlung ihrer Darstellergruppe aus den beiden 10. Gymnasialklassen der Zinzendorfschule an an. Dabei sind diesmal für das Musical „Sonnenallee) über 50 Rollen herausgekommen. Bei einem großen Teil handelt es sich um Sprechrollen. Einige Darsteller singen sogar live.

Musiklehrer Wilhelm Magnus hatte sich durch die Filmmusik inspirieren lassen und mit einer fünfköpfigen Band einen großen Strauß an Songs eingeübt, die mit gutem Sound erklingen.

Graue Betonmauer

Richard Howell errichtete nach Ideen seiner Frau ein tolles Bühnenbild mit grauer Betonmauer und einem typisch bunten 70er-Jahre-Wohnzimmer der Ostberliner Familie. Tochter Leila Howell zeichnete für die Maske verantwortlich. Thomas Büsing betreute die Technik-Arbeitsgemeinschaft bei der Gestaltung von Licht und Ton.

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Im Zentrum der Handlung stehen die Freunde Michael (Ehrenreich) und Mario. Sie wohnen und leben in Ostberlin unmittelbarer Grenznähe, ständig den neugierigen Blicken von Grenztouristen aus dem Westen ausgesetzt.

Beide möchten wohl gern studieren, wollen aber nicht den Dienst bei der Nationalen Volksarmee absolvieren, der dafür vorausgesetzt wird. Ihre Freizeit verbringen sie mit ihrer Clique aus partyfreudigen Fans westlicher Pop- und Rockmusik. Sie werden vom lokalen „Sheriff“, einem Volkspolizei-Obermeister, kritisch beäugt und interessieren sich für die Mädels aus der Nachbarschaft.

Michaels Vater steht seinem Staat distanziert gegenüber, die Mutter trägt sich – nachdem sie einen passenden BRD-Reisepass gefunden hat – mit Fluchtplänen. Michaels Schwester wechselt oft ihre „Freunde“. Mal ist es ein Parteimitglied, dann ein Schauspieler, später ein katholischer Seminarist.

Regelmäßig besucht Onkel Heinz aus dem Westen die Familie, bringt Geschenke mit – etwa die begehrten Nylonstrümpfe für seine Schwester – und warnt vor den Gefahren des Asbests in ihrer Etagenwohnung. Wobei er es ist, der schließlich an Lungenkrebs stirbt.

Das Publikum bekommt eine FDJ-Mädchen-Singegruppe zu sehen, parteikonformen Schulunterricht der linientreuen Rektorin, eine Schulfete – ohne Bier, Zigaretten und laute Musik –, während der es zu amourösen Begegnungen kommt, und eine wilde Party mit Asthmamittel und Alkohol. Da tauchen Wessis als Schwarzhändler für Zeitschriften und Schallplatten auf, aber auch als geldgierige Fluchthelfer.

Es gibt zudem eine existenzialistische Untergrundgruppe schwarzgekleideter junger Damen, die den DDR-Mief mit Jean Paul Sartre bekämpfen will. In eine dieser Existenzialistinnen verliebt sich Mario, während Micha alles versucht, um bei seinem großen Schwarm Miriam zu landen.

Als in der „Feindpresse“, der Bild-Zeitung, ein Foto der beiden Jungs erscheint, auf dem sie nach der Party an die Mauer pinkeln, fliegt Mario von der Schule. Seine Freundin wird schwanger und er will auf das Angebot des Stasi-Mannes aus der Nachbarschaft eingehen, für dessen Behörde zu arbeiten. Micha, der endlich bei Miriam gelandet ist, will ihn im Schlussbild notfalls mit Gewalt daran hindern.

Viel Spielfreude

Die flotte Abfolge der verschiedenen Szenen ließ keine Langeweile aufkommen, zumal alle Akteure eine konzentrierte, spielfreudige Leistung ablieferten.

Als Zugabe sang das komplette Ensemble den Hit „The Letter“ von The Box Tops und Nina Hagens DDR-Schlager „Du hast den Farbfilm vergessen“. Das Publikum spendete begeistert Applaus. Elternsprechering Barbara Kaethner und Schulleiterin Andrea Turmann, die sich für die gelungene Geschichtsstunde bedankte, würdigten die Vorstellung und überreichten Geschenke an Darsteller und Verantwortliche.

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