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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Theater-AG bringt interaktives Stück auf die Bühne

02.06.2018

Tossens 90 Prozent der vermissten Jugendlichen tauchen wieder auf, berichteten die Schüler in der Aula der Zinzendorfschule. Nicht so in der Geschichte „Lost Boy“, die die Theater-AG erstmals öffentlich aufgeführt hat. Der fiktive Johannes Gerber (Joe) bleibt bis zum Ende des rund 45-minütigen Theaterstücks spurlos verschwunden. Und nicht nur das. Es blieb auch offen, was den nicht allzu beliebten Schüler letztendlich bewegte, ihm so zugesetzt hat, dass er die Flucht ergriff.

War es das Mobbing durch die Neuntklässler, oder seine Freundin Sara, die mit ihm Schluss gemacht hat? Und dann ist da noch die dubiose ausländerfeindliche Gang, der Joe sich angeschlossen hat. Das desolate Elternhaus mit den vielen Streitereien und den Alkoholproblemen kann dem Heranwachsenden ohnehin keinen emotionalen Rückhalt bieten.

„Was ist mit euch, was denkt ihr?“ lautete der Schlusssatz des interaktiven Stückes, das viel Stoff zum Nachdenken bot, zu Recht viel Applaus aus dem Publikum erntete und die Zuschauer in die Pflicht nahm. Denn im Laufe des sich anschließenden Zuschauerexperiments und der lebhaften Diskussion war es an ihnen zu entscheiden, was letztendlich die Beweggründe für Joes Flucht gewesen sein könnten.

Der junge Protagonist, der auf der Bühne kein einziges Mal in Erscheinung tritt, ist im Stück durchweg Thema seiner über ihn redenden und spekulierenden Mitschüler. In der Diskussion kamen die Zuschauer zu dem Schluss, dass der Pubertierende mit großer Wahrscheinlichkeit einfach mit der Gesamtsituation überfordert war.

„Die Schüler wollten ein interaktives Theaterstück entwickeln, das Entscheidungen im Publikum erfordert“, erklärte AG-Leiter Bo Howell nach der gelungenen Premiere. Da bot sich das Thema der selektiven Wahrnehmung mit den unterschiedlichen Gewichtungen einzelner Aspekte an.

Die Theater-AG in der Besetzung mit Darian Bauer, Etjon Islami, Lena Marie Kuhlmann, Evelyn Klassen und Henri Groen (8. Klasse), Quentin von Atens (6. Klasse), Jonas Hauske (9. Klasse) und Kilian Bauer (Jahrgangsstufe 11) besteht seit Anfang des Schuljahres. Die acht Schüler des Gymnasiums und der Oberschule mussten sich erst zu einem Theaterensemble entwickeln, ehe es mit der gemeinsamen Planung eines Stückes losgehen konnte.

„Vieles ist dann im Zuge des kreativen Schreibens, der Rollenarbeit und Improvisation entstanden“, sagte der Theaterpädagoge, der die verschiedenen Anregungen der Schüler zu Hause ausgearbeitet hatte. Der 28-Jährige hat in Bremen Theaterpädagogik studiert, ist seit mehreren Jahren an der Zinzendorfschule tätig und leitet auch eine Kinder-Theatergruppe in Oldenburg.

Ihr Stück spielten die Schüler ohne Bühne ganz nah vor ihren Zuschauern in einem Kreis, um den die Besucherstühle aufgebaut worden waren. „Das ist wirklich eine großartige Leistung mit so wenig Distanz zum Publikum“, lobte Theaterpädagogin Conni Howell. „Da wird man als Zuschauer richtig in die Handlung hineingezogen. Ich fand das fantastisch“, schloss sich auch Andrea Turmann von der Schulleitung an.

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