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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Überlebenstraining im Hallenbad

16.01.2012

ELSFLETH Panik für einen Sekundenbruchteil: „It doesn´t work!“ (es funktioniert nicht), schreit der 41-jährige Chinese Sun Zan, aber kaum ausgesprochen, bläst sich der Rettungskragen mit einem Ruck auf – der „Schiffbrüchige“ atmet auf – es funktioniert. Sun Zan ist an diesem Sonnabendnachmittag einer der fünfzehnköpfigen Gruppe von Besatzungsmitgliedern des neuen Kreuzfahrtschiffes „Disney Fantasy“, (gebaut auf der Meyer-Werft, Papenburg) die im Elsflether Hallenbad unter der Anleitung der Dozenten des Maritimen Kompetenzzentrums, Ralf Schmidt und Martin Schimmelpfennig, das Überlebenstraining nach den STCW-Vorschriften übt.

„Bis Ende Februar werden wir zirka 800 Crewmitglieder im Überlebenstraining ausbilden“, erzählt Ralf Schmidt, „viele von ihnen sind schon jahrelang auf anderen Kreuzfahrtschiffen gefahren und haben solch ein Training noch nie mitgemacht. Die Disney-Line legt jedoch großen Wert auf die gute Ausbildung ihrer Besatzungsmitglieder.“

An diesem Sonnabend hat Schmidts Bemerkung einen bitteren Beigeschmack – nur wenige Stunden zuvor sank vor der toskanischen Küste der italienische Kreuzfahrtriese „Costa Concordia“ – an Bord waren 4200 Passagiere. Die Evakuierung der Passagiere sei von einem völlig ungeübten Personal ausgeführt worden und hätte zur Panik geführt, hatte eine Mitreisende den Medien berichtet. Schmidt: „Unsere Probanden kommen größtenteils aus Regionen mit stabilen Wassertemperaturen von 28 Grad. Man stelle sich vor, es passiert ein Unglück im Nordatlantik bei gerade mal 5 Grad.“

Das mögen sich weder der 36-jährige Chefkoch Colin aus Schottland, noch die 24-jährige Erin aus den USA und schon gar nicht Patricia aus Jamaica vorstellen. Patricia ist Nicht-Schwimmerin, vor ihrem Sprung bekreuzigt sich die junge Frau und gegen eine eventuelle Panik steht ihr im Wasser Ralf Schmidt zur Seite. Nach einem ersten zaghaften Versuch kriegt Patricia auch das Notsignal mit der Trillerpfeife hin.

Trotz des ernsten Hintergrunds ist die Stimmung im Hallenbad bei der internationalen Truppe bestens, mit viel Gelächter und Gekreische hilft man sich gegenseitig beim Entern der Rettungsinsel.

„Die überdachten Rettungsboote an Bord der Kreuzfahrtliner stehen ausschließlich für die Passagiere zur Verfügung“, erklärt Martin Schimmelpfennig. „Für die Besatzung gibt’s nur Rettungsinseln“ fügt er mit einem vielsagenden Lächeln hinzu. Inzwischen hat sich die Gruppe in die Überlebensanzüge gezwängt und alle schauen aus, wie kleine rote Marsmännchen. Der ultimative Kick kommt noch: in diesem Anzug vom 3-Meter-Brett oder auch nur 1-Meter-Brett zu springen, erfordert jede Menge Mut. Schmidt und Schimmelpfennig spenden der tollen Truppe Applaus – alle haben es geschafft.

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Meyer-Werft | Disney

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