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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Venezianische Festklänge zum Jubiläum

05.03.2012

ABBEHAUSEN Wenn ein Fest ansteht, ist meist nur das Beste gut genug. Mit engagierter Unterstützung und Einfallsreichtum gelingt dann oft ein besonderes Ereignis, an das sich die Gäste gut und gerne erinnern werden. Eine solche Feierlichkeit begeht zurzeit der Nordenhamer Stadtteil Abbehausen, der laut Urkunde in diesem Jahr den Anlass hat, sein 700-jähriges Bestehen zu feiern.

Gemeinsam mit der Nordenhamer Goethegesellschaft und dank einer Förderung durch die Oldenburgische Landesbank konnten die Abbehauser für ein Konzertereignis zu diesem feierlichen Anlass am Freitagabend das international bekannte Concilium Musicum aus Wien gewinnen. Die Besucher in der gut gefüllten St.-Laurentius-Kirche erlebten ein Venezianisches Festkonzert mit vielen Höhepunkten.

Aus dem frühen Barock

Das Besondere dieses sechsköpfigen Ensembles ist, dass alle Musiker auf Originalinstrumenten des 18. Jahrhunderts musizieren. Dementsprechend besteht ihr aktuelles Programm aus Werken von Komponisten, die eine enge Verbundenheit zum frühbarocken Musikleben in Venedig hatten. Ein möglichst authentischer Hörgenuss ist der Anspruch des Ensembles.

Mit vier Canzonen des bereits zu Lebzeiten bekannten Komponisten Giovanni Gabrieli (1557-1613) begann das Wiener Ensemble im typisch höfisch-eleganten und sehr ausgewogenen venezianischen Charakter und demonstrierte zugleich die besondere Klangfarbe jener Zeit.

Die beiden historischen Violinen, gespielt von Christoph Angerer und Luis Marais, sowie die aus dem Jahr 1700 stammende Viola – von Robert Neumann gespielt – klangen nicht so voluminös und brillant wie moderne Instrumente. Ihre meist dialogischen oder imitierenden Melodien überraschten jedoch durch ihren recht intimen und warmen Klang. Martin Hofinger, (Kontrabass), Günter Schagerl (Violoncello) und Paul Angerer (Cembalo) teilten sich meist die Basso-Continuo-Stimme und gaben ihr somit ein besonders wirkungsvolles Gepräge.

Wie temperament- und kraftvoll zur damaligen Zeit bereits komponiert und musiziert wurde, zeigte das Ensemble auch bei der Darbietung der Sinfonia a 3 alla Camera, A-Dur, komponiert von Johann Adolphe Hasse ( 1699- 1783). Über rhythmisch kraftvolle und akzentuierte Bassstimmen jagten temperamentvoll die beiden Violinstimmen. Die höfisch-gezügelte Kraft dieser Musik erhielt in dem Zwiespalt von Wildheit bei gleichzeitiger Zurückhaltung einen ungemeinen Reiz.

Brillante Stimme

Gerhard Hafner, der als Sopranist gekonnt in hoher Frauenlage zu singen versteht, erwies sich als ein Sänger der besonderen Klasse. Nicht nur die Tatsache, dass Männer, die Sopranistenpartien wirkungsvoll singen können, heutzutage eine Ausnahmeerscheinung sind, unterstreicht die Besonderheit dieses beeindruckenden Auftritts. Sondern bei Gerhard Hafner kommt hinzu, dass er eine auffallend brillante Stimme besitzt und eine begeisternde Fähigkeit hat, die Texte mal ruhig-besinnlich, mal aufgeregt oder in langen Melismen im vibratoreichem Gesang zu singen.

Mit dem Concerto d-Moll für Viola d’Amore von Antonio Vivaldi (1687-1741) demonstrierte Christoph Angerer die vielfältigen Möglichkeiten und Klangeigenschaften der heute eher selten eingesetzten Viola d’Amore.

Auch das für die damalige Zeit typische Cembalospiel erhielt sein Augenmerk in dem Concerto, F-Dur. In dieser abwechslungsreichen Komposition fügten sich die von Paul Angerer selbst verfassten Kadenzen sehr homogen in Baldessare Galuppis Kompositionsweise ein.

Das letzte Werk des Programms, das mehrsätzige Nisi dominus, von Antonio Vivaldi in Musik gesetzt, gab dem Konzertabend noch einmal einen schönen Akzent.

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