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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mit großem Einfühlungsvermögen

14.08.2018

Warfleth Ein Schauer durchzog die Konzertkirche St. Marien am Weserdeich in Warfleth als am Sonntagabend Gottfried August Bürgers Ballade „Lenore“ gelesen wurde. Franz Liszt greift in seiner zweiten Ballade diese schauerliche Grundstimmung auf, führt sie aber als absolute Musik ganz anders fort. In Bürgers Schreckensszenario endet alles im Tod, während sich Liszts Musik in der Metamorphose des Hauptthemas zu einem jubelnden und hymnischen Gesang entwickelt.

Pianistin Cathy Yang, eigens aus Toronto zu diesem Konzert in der Reihe „Berne bringt“ angereist, interpretierte mit großem Einfühlungsvermögen Liszts pianistisch anspruchsvolles Werk: Die chromatischen Wellenbewegungen und Oktavläufe, die dramatischen Zuspitzungen und ebenso das lyrisch Versonnene lagen, trotz weniger Unsicherheiten bei der Darbietung, bei ihr in besten Händen.

Schon bei der vorher gespielten „Rigoletto-Paraphrase“ überzeugte die junge Künstlerin mit geschmeidiger Technik und Bravour in ihrer Darbietung.

Als zweiter Pianist des dreiteiligen Konzertabends war Benyamin Nuss zu hören, manchen vielleicht durch seine erfolgreiche Einspielung von Uematsus Videospielmusik bekannt. Neben der c-Moll-Sonate von Mozart interpretierte er einen Klavierzyklus von Leonard Bernstein, die 1981 komponierten Variationen über einen eigenen Choral mit dem Titel „Touches“.

Nuss gewann diesem expressionistisch angelegten Werk große Ausdrucksmomente ab. In jeder Phase des Spiels war seine Identifikation mit dieser hochexpressiven, klanglich neue Wege gehenden Komposition anzumerken. Mit hervorragender Pedalbehandlung und variabler Tongebung verlieh er den einzelnen Klangbildern eine überaus große Lebendigkeit.

Von dem deutsch-kanadischen Komponisten Ulrich Menzefricke erklang die erst im vergangenen Jahr fertiggestellte fünfsätzige Miniatur (Suite). Diese in erweiterter Tonalität komponierten, gut zu hörenden Charakterstücke (manches lies an die „Visions fugitives“ von Sergei Sergejewitsch Prokofjev denken) benutzten pentatonische und alterierte ungarische Skalen, sowie geschickt eingesetzte isometrische Rhythmen.

Beide Pianisten spielten in der Konzertkirche noch einige vierhändige Klavierwerke, darunter die verschiedene Großstadtgeräusche imitierende frühe Sonate von Francis Poulenc, die charakteristische „Petite suite“ von Claude Debussy und die klanglich sehr ansprechenden, einfühlsam vorgetragenen fünf Miniaturen „Ma mère I’oye“ von Maurice Ravel.

Ein Moment von ganz besonderer Intensität gelang dem Duo mit Franz Schuberts f-Moll-Fantasie. Die wehmütigen melodischen Gesten, die dramatischen Entwicklungen und die von Schubert so komponierten abrupten Brüche, dies alles wurde präsent, klar und ausdrucksvoll dargeboten.

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