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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Flüchtlingsdrama: Zuhörer fühlen Kälte des Meeres

05.10.2017

Warfleth Weltweit sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror, Verfolgung und Hunger. Allein 30 000 Menschen sind dabei im letzten Jahr umgekommen. Die Kreisarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Wesermarsch hat im Rahmen der interkulturellen Woche mit ihrer szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ in der Warflether Kirche versucht, klar zu machen, dass sich das Thema Flucht für Europa nicht mit dem Bau von Grenzzäunen lösen lässt.

Abwechselnd lasen Vertreter von Diakonie, Caritas, DRK oder AWO den Text von Antonio Umberto Riccò, der aus verschiedenen Sichtweisen dokumentarisch die Tragödie vom 3. Oktober 2013 schildert, als bei einem Bootsunglück Hunderte Flüchtlinge ums Leben kamen. Francesco Imastato sang dazu seine selbstkomponierten Lieder, die zusammen mit den im Hintergrund laufenden Bildern keinen der Zuhörer kalt ließen.

Von den 545 Menschen auf einem völlig überfüllten Boot ertranken wenige hundert Meter vor Lampedusa 368. Nicht nur für die Überlebenden war dieser Tag ein traumatisches Ereignis, sondern auch für die zur Rettung herbeigeeilten Fischerboote und Bergungstrupps, von denen viele die furchtbaren Bilder nicht aus ihren Köpfen bekommen. Bis heute befinden sich Retter auf einer schmalen Gratwanderung zwischen Menschlichkeit und dem Bossi-Fini-Gesetz, durch das ihnen als Fluchthelfer Haft sowie der Verlust von Boot und Arbeit drohen.

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Im Anschluss an die Lesung lud Moderator Dietmar Kattinger zur Diskussion mit den beiden Migrationsexperten Dietmar Fangmann und Franz-Josef Frank ein. „Es ist bedrückend. Es sind schließlich keine Zahlen, sondern Menschen, die im Mittelmeer absaufen“, bringt es als erster einer der Vorleser auf den Punkt.

Die meisten der Zuhörer müssen alles erst einmal etwas sacken lassen. Sie habe die Kälte des Meeres förmlich gespürt, versucht dann eine junge Frau ihre Gefühle in Worte zu fassen. Eine andere ist erschüttert, wie nah vor unserer Haustür so etwas passiert. Ein Mann ist wütend, dass Politiker sich nur Gedanken darüber machen, wie man diese Menschen am besten fernhalten könnte.

„Für die meisten Flüchtenden ist Europa gar nicht das Ziel. Sie würden viel lieber in den umliegenden Gebieten bleiben. Doch dort haben sie keine Perspektive“, so Franz-Josef Frank.

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