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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Wasserturm Brake: „Es muss jetzt etwas passieren“

16.02.2011

BRAKE Zutritt verboten: Zu gefährlich ist es im Inneren des alten Wasserturms, als dass die Inspektoren des Monumentendienstes jetzt Zuschauer gebrauchen könnten. Die Tür des Hammelwarder Wahrzeichens bleibt verriegelt. Erst rund anderthalb Stunden später – so lange hat der Aufstieg über die baufällige Treppe gedauert – treten Jens Heil und Michael Zenker oben auf der Empore wieder ans Tageslicht. Gemessen am Aufstieg, ist das Abseilen an der Außenfassade fast ein Kinderspiel.

Anfang November vergangenen Jahres war der Monumentendienst zuletzt in Hammelwarden im Einsatz gewesen und hatte dabei vor allem das Innere des Wasserturms inspiziert. Eigentlich hatte bereits an diesem Tag auch die Fassade beklettert werden sollen. Das ging aber nicht, weil der Wind zu stark war.

Am Dienstag wehte zwar kein starker Wind. Dafür regnete es – und das bei Minusgraden. Für Jens Heil und Michael Zenker war das aber kein Grund, nicht genau das zu tun, wofür sie erneut nach Hammelwarden gekommen waren: den Turm im Inneren zu besteigen und sich dann außen wieder abzuseilen. Dabei ging es weniger um eine Inspektion der Fassade, sondern vielmehr darum, lose Teile vom Mauerwerk und von den Glasbausteinen einzusammeln, damit diese nicht wieder in die Gärten der Anlieger stürzen. Eigentümer Martin Wenderoth hatte diese Sicherungsmaßnahme veranlasst.

Heil und Zenker hatten Glück. Der Wind kam von Osten. Deshalb war nur die der Weser zugewandten Seite der in 40 Metern Höhe gelegenen Galerie mit einem Eispanzer überdeckt. Auf der Seite zur Straße, an der sich die Tür befindet und an der sich der 38-Jährige Zenker dann auch abseilte, war es nicht zu rutschig. Sonst hätte der Einsatz womöglich abgebrochen werden müssen.

Wie sich zeigte, geht es beim Wasserturm runter bedeutend schneller als rauf. Die hölzerne Treppe im Inneren ist ein Abenteuer. Nach Auskunft von Jens Heil sind einige Stufen regelrecht weggefault. Die Inspektoren mussten umfangreiche Sicherungsvorkehrungen treffen, um hier nicht abzustürzen. Der Aufstieg nahm entsprechend viel Zeit in Anspruch. Für das Abseilen dagegen benötigte Michael Zenker nur eine Viertelstunde, während sein Kollege oben die Stellung hielt.

Unterdessen steht fest: Das Wahrzeichen hat durch den Frost der vergangenen Wochen weiter gelitten, wie Jens Heil bestätigt. „Die Steine schuppen verstärkt ab. So langsam muss wirklich etwas passieren“, betont er. Wasser dringt in die maroden Fugen, der Frost erledigt den Rest – die Steine platzen ab, und das in einem allmählich bedrohlichen Ausmaß.

Als der Monumentendienst im November den Turm inspizierte, war der Putz am unteren Teil der Galerie noch fest mit der Wand verbunden. Am Dienstag war er so lose, dass ihn die Inspektoren nur noch entfernen konnten.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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