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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Im Tiefflug über den Rheinfall

05.04.2018

Wesermarsch /Schaffhausen Der Rhein schäumt. Die gewaltigen Wassermassen unter der Drohne brodeln. Gischt spritzt vor die Linse einer Kamera. In rasanter Fahrt steuert Sven Lüers seine Drohne auf zwei markante Felsen mitten im Rheinfall bei Schaffhausen zu. Der 40-jährige Elsflether sieht ein wildes, weißes Wabern. In nur 50 Zentimetern Höhe schwirrt die kamerabestückte Drohne über Wellenkämme hinweg.

Es ist ein waghalsiges Unterfangen. Und genau deshalb ist Sven Lüers angeheuert worden. „Wenn andere sagen, das geht nicht, bekommen wir das hin“, erzählt er. In diesem Fall sind das spezielle Aufnahmen für den gerade angelaufenen Spielfilm „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nach dem Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Michael Ende. Und mit wir meint Sven Lüers seine Firma Skypic Media sowie die Mitarbeiter Daniel Clören und Arne Meinhard.

Gedreht wird im September 2017 in der Schweiz. Durch einen Spalt hindurch, der die beiden sich gegenüberstehenden Felsen trennt, lenkt Sven Lüers sein Flugobjekt. Die Strömung des Rheins ist an dieser Stelle immens und würde auch die Drohne mit sich reißen, sollte der Mann an den Steuerhebeln einen winzigen Augenblick unkonzentriert sein. Sven Lüers steht dabei in sicherer Entfernung. Er lenkt die Drohne aus gut 200 Metern Distanz vom Ufer aus.

Der Rheinfall in Schaffhausen bietet eine eindrucksvolle Kulisse. Foto: Melanie Duchene/dpa

Die Bilder für den Spielfilm sind bereits beim ersten Durchflug eingefangen. Im Kino bilden die beiden aus dem Wasser aufragenden Felsen einen Höhleneingang, durch den „Emma“, die Lokomotive, schnaubt. Eine weitere Wasserszene wird mit Hilfe der Drohne abgelichtet: „Der Wasserfall wurde minutenlang von unten gefilmt. In einer Filmszene taucht dann Emma daraus hervor“, sagt Sven Lüers.

Der Rheinfall ist die ideale Kulisse. In Kaskaden stürzt das Wasser hinab. Einen kompletten Drehtag verbringt Sven Lüers in Schaffhausen, dann ist es geschafft. Nicht zum erstern Mal hat der Elsflether mit seiner Drohne ganz außergewöhnliche Kameraeinstellungen auch für Spezialeffekte geliefert. Im siebten Jahr seines Unternehmens ist der 40-Jährige schon viel herumgekommen in der Welt. Für einen aktuellen Werbespot der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) reiste er jüngst sogar nach Afrika. Für einen deutschen Automobilhersteller, der einen rundherum erneuerten Geländewagen präsentierte, filmte Sven Lüers erstmals mit einer 360-Grad-Kamera und sorgte damit für atemberaubende Effekte – so, als würde man in der Nobelkarosse sitzen und selbst losfahren. Sven Lüers ist aber auch in der Wesermarsch unterwegs. Er lässt seine Drohne beispielsweise beim Braker Binnenhafenfest oder für regionale Imagefilme aufsteigen.

Während er für den Flug mit einer zwei Kilogramm schweren Drohne lediglich einen Kenntnisnachweis vorlegen muss, seien die Voraussetzungen für die Nutzung einer Drohne ab fünf Kilogramm Gewicht schon umfangreicher, erzählt der Elsflether. Die Prüfung umfasse 300 Fragen, unter anderem auch zur Wetterkunde. Die Prüfung könne man bei der Lufthansa in Bremen ablegen. Für die Schweiz sei aber keine Lizenz erforderlich gewesen, sagt er. Dort liege die Grenze bei zehn Kilogramm. So schwer sei seine Drohne nicht – aber robust genug gegen tosende Wogen.

Die Handlung des Films ist bekannt: Irgendwo im weiten Meer liegt die Insel Lummerland, auf der vier Menschen wohnen: König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte und seine drei Untertanen Lukas, der Lokomotivführer, die Ladenbesitzerin Frau Waas und Herr Ärmel. Als der Postbote eines Tages ein falsch adressiertes Paket abliefert, ist Lummerland um einen Bewohner reicher – um ein kleines Kind namens Jim Knopf. Und dann schnauft natürlich noch die Lokomotive „Emma“ über das von Wasser umtoste Eiland.


Zu sehen ist der Film unter   https://youtu.be/0dyhk2yp_ja 
Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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