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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Wo das alte Seidenkleid sicher aufbewahrt wird

28.01.2016

Brake Um alte und teure Exponate gut und lange zu erhalten, bedarf es oft einiges an Investitionen – das weiß besonders Dr. Christine Keitsch, Leiterin des Schiffahrtsmuseums in der Braker Innenstadt. Bilder müssen restauriert, Objekte sicher aufbewahrt werden. Um dies finanziell zu ermöglichen, haben der Shantychor „Blaue Jungs“ und der Akkordeonclub „Melodia“ im Dezember bereits das dritte Benefizkonzert gegeben. Der Erlös geht direkt an das Schiffahrtsmuseum.

Am Mittwoch haben die „Blauen Jungs“ Adolf Bolle und Klaus Erbe sowie „Melodia“-Mitglied Anke Hagenbucher den Erlös von 350 Euro übergeben. „Wir hatten uns etwas mehr erhofft“, gibt Adolf Bolles zu. Dennoch reicht die Summe, um das Schiffahrtsmuseum mit etwas ganz Simplem auszustatten: Kartons. Archivkartons, um es genau zu nehmen. Die Exponate im Museum müssen nämlich gut aufbewahrt werden, damit sie über die Jahre keinen Schaden nehmen.

Und was ist das Besondere an Archivkartons? „Sie sind frei von Säure und Schadstoffen“, erklärt Dr. Christine Keitsch. Da die Schachteln so besonders in der Herstellung sind, sind sie nicht gerade günstig. Gerade mal zwölf bis 15 Archivkartons kann das Schiffahrtsmuseum von den 350 Euro kaufen.

Wie wichtig solche Aufbewahrungsmöglichkeiten sind, zeigen die Museumsleiterin und Claus Hock, wissenschaftlicher Volontär des Schiffahrtsmuseums, anhand eines Seidenkleides. Kleid und Karton sind empfindlich – deshalb ziehen die beiden Handschuhe an. Claus Hock schiebt den Deckel beiseite, Christine Keitsch zieht vorsichtig den blau-schimmernden Stoff hervor. „Es ist ein Verlobungskleid aus den 1960ern“, erzählt sie. Der Stoff, reine Seide, sei damals aus Japan über Schiffswege importiert worden.

Damit das Verlobungskleid so gut erhalten bleibt, kommt es in einen Archivkarton – so ist es besser vor äußeren Einflüssen geschützt. Es bedarf allerdings nur eines kurzen Blickes um zu sehen: Die Schachtel ist zu klein. Das Kleid muss gefaltet werden, damit es in den Karton passt. „Und wenn erst einmal die Seide bricht, ist es nicht mehr zu retten“, erzählt Christine Keitsch. Für solche und weitere Exponate sind Archivkartons wichtig.

Die Benefizkonzerte lohnen sich. Im August sammelten schon die Happy German Bagpipers für das Elsflether Schiffahrtsmuseum Geld zur Restaurierung des Kapitänsbildes „Rialto“, im Dezember 2014 ermöglichten die „Blauen Jungs“ und „Melodia“ die Anschaffung spezieller Lampen. Diese hängen bereits im Telegraphen, um das Blätterbuch über die Pamir zu beleuchten.

Dass auch in diesem Jahr wieder ein Benefizkonzert stattfinden soll, können sich die Musiker durchaus vorstellen. „Vielleicht schon im Sommer“, sagt Klaus Erbe. Damit Objekte wie das blaue Seidenkleid auch weiterhin so schön erhalten bleiben.


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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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