• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Deutschland verliert Krimi gegen Kroatien
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 5 Minuten.

Handball-Em
Deutschland verliert Krimi gegen Kroatien

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Wohliges Gruseln im Krimi-Museum

04.07.2007

STOLLHAMM Anlässlich der Eröffnung dieses ersten deutschen Krimimuseum in Stollhamm, das Mirko Schädel (39) eingerichtet hat, sprach Krimiautor Jürgen Alberts aus Bremen in launiger Art über seinen Weg zum Genre.

Als Kind entdeckte er Krimis großer deutscher Verlage, mit denen seine Mutter – erfolgreich – ihre Schlafstörungen bekämpfte. Sie las jeden Abend einen vor dem Einschlafen.

Da das Genre damals und bis vor gut 30 Jahren als „Schund“ galt, wurde dessen Lektüre dem Sohn nur in den Ferien gestattet. Er hatte also lange Zeit nicht Krimis schreiben wollen, sondern war zu einem „ernsthaften“ Autoren geworden.

Die Popularität amerikanischer, britischer und vor allem schwedischer Krimis in den Siebzigern änderte die Einstellung. Über Hörspiele gelangte Alberts dann doch in die Sparte und hat seitdem einige Krimis allein, weitere in Zusammenarbeit mit anderen verfasst.

Eine herausragende Ko-Autorin ist dabei gewiss Maj Sjöwall, die gemeinsam mit Per Wahlöö die wohl bekannteste und stilbildende schwedische Krimireihe des ausgehenden 20. Jahrhunderts schrieb.

Als besonderes Bonbon zur Eröffnung des Krimi-Museums versprach Alberts Mirko Schädel und dem zahlreichen Publikum, dass er am 26. September anlässlich einer gemeinsamen Lesereise mit ihr, also der Schwedin Maj Sjöwall, wieder nach Stollhamm kommen werde.

Im Anschluss an die Eröffnung des Museums veranstalteten der Verein „Literaturplus Wesermarsch“, der Arbeitskreis der Butjadinger Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ und Mirko Schädel mit Unterstützung der Oldenburgischen Landschaft ein „Lesekonzert“ mit der Gruppe „Radebass“.

Hinter dem Namen verbergen sich der Bassist Martin Siebach, der Pianist Claudius Bruns und der Sprachspieler Henrik Wöhler. Wöhler trägt die Texte in äußerst beeindruckender Weise vor, während seine Musiker mit eigens geschaffenen Kompositionen für kongeniale Begleitung und die ganz besondere Atmosphäre sorgen.

Bei Edgar Allan Poes „Die Maske des roten Todes“ etwa läßt Bruns auf dem Klavier die schwarze Ebenholzuhr den Stundentakt schlagen, spielen Klavier und Bass zum Tanz auf oder stimmen Erkennungsklänge des Fürsten Prospero an.

Der hat die Reichen und Optimisten im Palast versammelt, während draußen die grausame Pest wütet. Doch die privilegierte Feier der scheinbar Sicheren endet, als „der rote Tod“ um Mitternacht auf dem Fest erscheint.

Wunderbar wirkten hier Poes expressive Sprache, Wöhlers wohlklingende Stimme, die Musik und die dämmerig-schummerige Atmosphäre im Museumssaal zusammen. Sparsame, aber eindrückliche Projektionen von Illustrationen der Geschichten taten ein Übriges.

Drei kurze Stücke von Franz Kafka folgten und auch sie sorgten für wohliges Gruseln. Danach widmete sich Radebass einer „Liebesgeschichte“ von Horacio Quiroga, dem Poe Südamerikas. Nach dem Anfangssatz „Die Flitterwochen waren ein einziges Schaudern“ gab es noch spontane, erwartungsvolle Lacher. Doch dann sorgten Text und Inszenierung bald dafür, dass dem Publikum das Lachen verging. Die hohen Erwartungen der jungen Ehefrau an die Liebe werden halt enttäuscht, so scheint es zunächst, doch dann verfällt sie mehr und mehr. Ehemann und Ärzte – keiner kann helfen. Nach fünf Tagen und Nächten stirbt Alyssia.

Nach viel verdientem Beifall legte Radebass noch etwas nach und gab mit Kafkas „Ein Ausflug ins Gebirge“ eine stimmungsvolle Zugabe und ihrerseits das Versprechen wiederzukommen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.