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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zuhörer fasziniert von „Frau an Bord“-Geschichten

01.12.2009

ELSFLETH Damit hatten selbst die optimistischsten Vorstandsmitglieder des Elsflether Kulturvereins nicht gerechnet: Gut einhundert Zuhörer fanden sich im Heye-Saal ein, um der Uraufführung der szenischen Lesung „Mimi Leverkus – eine Frau fuhr mit“ beizuwohnen, die der Kulturverein als Beitrag zur Geschichte der Stadt Elsfleth selbst inszeniert hatte.

Es handelte sich dabei um eine Idee der Elsflether Gästeführerin Lina Walter, die zusammen mit Renate Detje bereits seit über zwei Jahren an der Verwirklichung jener Idee gearbeitet hatte. Im Verlauf erfuhr das Publikum von den Erlebnissen der Mimi Leverkus, der „Frau an Bord“, die in den Jahren 1882 bis 1886 ihren Mann Ernst auf dessen Seereisen begleitete.

Ihre Erlebnisse hielt sie in zahlreichen Tagebucheinträgen und Briefen an ihre Heimat Elsfleth fest. An ebendiesen Dokumenten entlang entspann sich im Heye-Saal eine ergreifende Geschichte, die das Publikum in gebannter Spannung still verharren ließ. Zu dieser Stimmung trug wesentlich die wohlbedachte Form der Inszenierung bei: Mimi Leverkus, dargestellt von Alke Bollmann, trug aus ihrem Tagebuch vor und hielt sich dabei entweder an Bord der Bark „Charlotte“ oder in ihrer Elsflether Stadtwohnung auf. Das liebevoll arrangierte, zweigeteilte Bühnenbild und Mimis Bekleidung ließen an ihrem Aufenthaltsort zu keiner Zeit Zweifel aufkommen. Im Wechsel mit Mimi Leverkus' Lesungen erläuterte Renate Detje, die sich außerdem für Buch Regie und Bühnenbild verantwortlich zeigte, die Umstände an Bord sowie kulturgeschichtliche Hintergründe. So erfuhren die Zuhörer vom Tod von Mimis Sohn, der nur wenige Tage zuvor auf hoher See geboren worden war, vom verheerenden Ausbruch des Krakatau-Vulkans im

August 1883 und ebenso von den kulinarischen Missergüssen des Schiffskochs.

In den Monaten, die Mimi zwischen ihren Reisen in Elsfleth verbrachte, ging ihr Mann Ernst alleine auf Reisen. Aus den Briefen, die er an seine Frau sandte, trug Jürgen Detje, vor, der dabei unsichtbar hinter der Bühne verblieb, während Mimi im Vordergrund stumm Brief um Brief las, erkennbar bewegt und dramatisch beleuchtet. Nachdem Mimi Leverkus 1886 als 27-Jährige von ihrer letzten Schiffsreise zurückgekehrt war, enden ihre Tagebuchaufzeichnungen und damit auch die szenische Lesung „Mimi Leverkus“.

Für die musikalische Einstimmung sorgte übrigens ebenfalls Jürgen Detje – dem Thema gemäß in Form von Shantys, die er auf dem Akkordeon spielte.

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