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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gesundheit: Zum 1000. Mal Blut gewaschen

30.05.2015

Brake Schon fast ein zweites Wohnzimmer ist die Praxis für Nephrologie und Dialyse im St. Bernhard Hospital Brake für die Patientin Clara Hess. Dort verbringt sie viel Zeit. Dreimal die Woche muss eine Maschine die Funktionen übernehmen, die Clara Hess Nieren nicht mehr leisten. Die 89-jährige Clara Hess hat am Freitag ihre 1000. Dialyse hinter sich gebracht und das wird gefeiert.

„Die Patienten entwickeln geradezu einen Ehrgeiz, um bestimmte Etappenziele zu schaffen. Das kann die 1000., 2000. oder auch 3000. Dialyse sein“, sagt Dr. Veronika Vahlhaus-Rutayungwa, eine der leitenden Ärztinnen. So ein Lebenswille gehöre belohnt und gewürdigt, deshalb erhalten Patienten zu „Jubiläen“ einen Blumenstrauß. Den gibt's auch zum Geburtstag oder zu einem besonderen Hochzeitstag. Kürzlich durfte das Praxisteam eine Diamantene Hochzeit begleiten.

Clara Hess geht sogar schon länger in der Praxis ein und aus als die beiden Ärztinnen. Im Oktober 2011 übernahm Veronika Vahlhaus-Rutayungwa die Praxis von ihrem Vorgänger Dr. Frank Köhler. 2012 kam Dr. Ulrike Heinsohn dazu – Clara Hess ist schon seit 2009 Patientin.

Bei der Dialyse wird das Blut des Patienten entgiftet und entwässert. So ein Prozess dauert rund vier Stunden, und das Blut wird dabei vielfach durch die Schläuche aus dem Körper in die Dialyse-Maschine und zurück gepumpt.

Das Praxisteam und die Patienten sehen sich sehr oft – circa 150 Mal im Jahr. Und da der Rhythmus der Dialysepatienten immer gleich bleiben sollte, feiern sie auch oft gemeinsam Feste. „Unsere Nieren machen ja auch nicht einfach Weihnachten frei und arbeiten nicht mehr, also können wir und unsere Maschinen das auch nicht“, erklärt Ulrike Heinsohn. Die Stimmung bei solchen Feiern sei immer sehr angenehm und entspannt. Es wird geschmückt, geklönt – und gemeinsam gegessen.

Die Patienten dürfen am Dialysegerät nämlich „sündigen“. Viele Dinge sind für sie tabu, da viele Nahrungsmittel eine besondere Herausforderung für die Nieren darstellen. Es gibt eine genau geplante Diät, und Ausnahmen werden nur während der Dialyse gemacht. So ein Stück Obst kann schon ein kleines Trostpflaster für vier Stunden geduldiges Warten an der Maschine sein.

In Deutschland gibt es mittlerweile flächendeckend Dialysezentren, so dass Patienten auch in Urlaub fahren können. Veronika Vahlhaus-Rutayungwa erzählt, es gebe sogar Dialyse-Kreuzfahrtschiffe. „Hier bei uns haben die Patienten dafür die Schiffe im Blick, unsere Fenster gehen auf die Weser hinaus“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Diese Aussicht genießt auch Clara Hess, während sie sich mit ihren Bettnachbarn unterhält.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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