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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zum Dosengulasch verdammt

06.03.2007

ELSFLETH ELSFLETH - „Mamma mia, klappte nix in diese Familie“ jammert der Italiener Mario (Holger Dwehus) und er hat recht: Wenn in seiner südlichen Heimat immer „La Mamma“ das eheliche Zepter schwingt, dann ist es bei den Nordlichtern oft der männliche Haushaltsvorstand, manchmal Ehemann oder auf gut platt auch „Vadder“ genannt. In der Spezies selbst ernannter Chauvis ist Karl Ackermann (Wolfgang Jäkel), seines Zeichens Bahnbeamter, eine besonders hammerharte Nummer. Was ihm äußerlich am dominanten Alpha-Männchen fehlt, macht er durch einen nörgeligen Befehlston und permanentes Mäkeln wett. Beliebtestes Ziel ist Ehefrau Lisa (Ursel Müller), verschüchtert, lieb und unterwürfig. Sie hat das Essen pünktlich auf die Minute auf den Tisch zu bringen, putzt, räumt, schleppt ihm die Puschen herbei, die Zeitung und das Bier. Warum aber Tochter Elke (Ramona Schau) und Sohn Fritz (Dennis Rüthemann) ihrer drangsalierten Mama nicht den Rücken stärken, bleibt Geheimnis von Autor Ubbo

Gerdes.

Dass in einer solchen Familienkonstellation Krisen vorprogrammiert sind, ist zu erwarten. Ob und wie sie gelöst werden, darauf durfte das Premierenpublikum am Sonnabend in der vollbesetzten Stadthalle von dem Moment an gespannt sein, in dem der Vorhang zur Seite schwang: „Moder kriggt Zwangsurlaub“ verspricht die Speelschar des Bürgervereins Hammelwarden-Lienen und das zumindest lässt hoffen. Der Zwangsurlaub beginnt, als Lisa von der Schoolmesterschen Fro Ballmann (Gunda Alexander) mit dem Auto angefahren und von der Ärztin Dr. Albers (Alke Bollmann) ins Krankenhaus eingewiesen wird. „Das bisschen Haushalt macht sich von allein“, befindet der frischgebackene Hausmann Karl, als ihm schon längst alles über den Kopf wächst. Keiner soll ihm helfen, weder seine Skatkumpels Peter (Karl-Heinz Möhring) und Harm (Harald Groenenboom), schon gar nicht Harms Ehefrau Mete (Sylke Janssen), obwohl die mehr Haare auf den Zähnen als auf dem Kopf hat – es kommt zur Nachbarschafts- und Milchbreikrise.

Ruckzuck gibt es im Ackermannschen Haushalt dann all die elektrischen Helfer, auf die Lisa bisher verzichten musste. Versicherungen gegen alle Wechselfälle des Lebens lässt sich Karl vom Vertreter Martens (Ingo Ahrens) anschnacken, aber so tolerant, den charmanten Südländer Mario als Schwiegersohn zu akzeptieren, mag er nicht sein: „Dat watt nix und damit basta!“ Emanzipiert bis in die Haarspitzen nimmt Ehefrau Lisa nach ihrer Entlassung endlich das Zepter in die Hand, lässt ihren Ehechauvi Kreide fressen, nach einer weiteren Gips- und Dosengulaschkrise versöhnt sich das Ehepaar dank der Hilfe seiner Kinder – und dann passiert ein letztes Unglück.

Mit donnerndem Beifall dankt das Premierenpublikum dem Regisseur Heino Hasselder und der Truppe, die sich durch ansteckende Spielfreude, Witz und Situationskomik ausgezeichnet hat. Ein dickes Lob spendet der Spieker-Ehrenbaas des Späälkrings, Jürgen Hennings: „Die Speelschar hat die Charaktere auf den Punkt perfekt besetzt und es freut mich besonders, so viele junge Spieler auf der Bühne zu sehen.“

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