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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Familiengeschichte: Zum Ehejubiläum in die alte Heimat

11.07.2015

Brake Das alte Foto, das ihn als jungen Mann auf einer 250er BMW zeigt, hat Otto Goldau bis heute aufbewahrt. Er war der Erste der damals, in den frühen 50er Jahren, in Nordenham ein solches Motorrad fuhr. Mitnehmen konnte er die Maschine nicht. Also verkaufte er sie. Von dem Geld erwarb der heute 84-Jährige jenseits des Atlantiks ein Auto. Das brauchte er auch. Denn Kanada ist ein großes Land.

Otto Goldau war 23 Jahre alt, als er 1953 in Bremerhaven ein Auswandererschiff bestieg und sich aufmachte in die große, weite Welt – und in ein neues Leben. Seine ebenfalls aus Nordenham stammende spätere Frau Christa Goldau, geborene Wenzlig, folgte ein Jahr später. Zurzeit hält sich das Paar bei Christa Goldaus Cousine Anke Boller in Golzwarden auf – aus besonderem Anlass: Die Kanadier feiern in der alten Heimat ihre diamantene Hochzeit.

Auf zu neuen Ufern

Den Goldaus liegt das Auswandern im Blut. Otto Gol-daus Bruder Ernst war bereits ein Jahr vor ihm nach Kanada gegangen. Außerdem lebte im kanadischen Winnipeg schon seit den 20er Jahren einer seiner Onkel, der dort Baptist geworden war. Otto Goldau hatte bei den Metallwerken in Nordenham, heute Weser-Metall, eine Elektro-Lehre absolviert und war in dem Betrieb als Geselle beschäftigt. Er hätte dort weiter arbeiten können. Doch der junge Mann wollte etwas Neues erleben, erhoffte sich in Kanada zudem bessere berufliche Möglichkeiten. Also packte er 1953 seine Sachen – und ließ nicht nur sein bisheriges Leben, sondern auch seine Freundin Christa zurück, die er beim Tanzen kennengelernt hatte.

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Dass das Paar ein Jahr später wieder vereint war, ist alleine Otto Goldaus Hartnäckigkeit zu verdanken. Christa Goldau, die heute 83 Jahre alt ist, entschloss sich 1954, ebenfalls nach Kanada auszuwandern. Von ihrem Freund aus Nordenhamer Tagen wollte sie zu diesem Zeitpunkt aber eigentlich nichts mehr wissen, weil sie – selbst Katholikin – durch ein Missverständnis dachte, ihr Otto sei wie sein Onkel ebenfalls Baptist geworden. Christas Ziel war deshalb nicht Winnipeg, sondern Vancouver. Doch sie sollte dort nie ankommen.

Denn was tat Otto Goldau? Er bekam heraus, wann seine Christa in Bremerhaven den Dampfer besteigen und mit dem Zug auf dem Weg nach Vancouver Winnipeg passieren würde. Auf dem Bahnhof fing er seine Angebetete ab und überredete sie, bei ihm zu bleiben. 1955 heiratete das Paar, das heute stolz ist auf drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder.

In Kanada haben die Gol-daus ihr Glück gesucht und gefunden. Otto Goldau hat als Elektro-Installateur bei verschiedenen „Companys“ gearbeitet. Das Paar lebt inzwischen schon lange in dem Ort Gimli am westlichen Ufer des Lake Winnipeg.

Schritt nie bereut

Zwar sind die Goldaus Mitglieder der Deutschen Vereinigung in Winnipeg. Aber allzu sehr sind sie nicht bemüht, im Land mit dem Ahornblatt in der Nationalflagge deutsche Traditionen hochzuhalten. Nach Kanada ausgewandert zu sein, das haben die Goldaus nie bereut.

Was nicht heißt, dass sie nicht gerne nach Deutschland zu Besuch kommen. Fünf Wochen werden die Kanadier diesmal bleiben, zusammen mit Anke Boller Ausflüge in die Umgebung unternehmen, Freunde und Verwandte besuchen und am 19. Juli dann ihre 60 gemeinsamen Ehejahre feiern. Das hätten sie auch daheim in Gimli tun können. „Aber Christa wollte gerne noch einmal nach Deutschland“, sagt Otto Goldau – und nimmt die Frau in den Arm, die sich vor so vielen Jahren auf dem Bahnhof von Winnipeg zum Glück nicht zur Weiterfahrt nach Vancouver entschieden hat.

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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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