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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kunst: Zwischen Pop-Art und Landschaftsmalerei

28.12.2011
NWZonline.de NWZonline 2015-07-30T18:35:02Z 280 158

Kunst:
Zwischen Pop-Art und Landschaftsmalerei

LEMWERDER Bevor sich Siko Ortner an die Arbeit machte, ließ er sich einen Tag lang alle markanten Punkte der Gemeinde zeigen. „Öffentlicher Raum“ im öffentlichen Raum lautet das Oberthema der Ausstellungen des 42- jährigen Künstlers. Bis Ende Januar präsentiert er im Rathaus zehn eigens für Lemwerder angefertigte Werke, die neben zehn weiteren Bildern das Obergeschoss zieren. Prägend für die südlichste Wesermarschgemeinde findet Ortner neben alten Kirchen, Straßenzügen am Deich und Denkmälern besonders die weitläufigen Landschaften.

Ausgerüstet mit einem Fotoapparat sog er alle Eindrücke in sich auf, um sie anschließend in speziellem Stil umzusetzen. „Stancelart“ ist eine Graffiti- oder auch Sprühtechnik, die der gebürtige Hamburger für sich weiterentwickelt hat. Dabei startete er den eher ungewöhnlichen Versuch, Pop-Art und Landschaftsmalerei zu vereinen. Zunächst skizzierte er die Motive und schnitt entsprechend der Siebdrucktechnik Schablonen dazu aus.

Das bunte Farbspektrum hatte dabei mal harte Kanten oder auch sanft ineinanderlaufende Töne. „Bis zu 20 verschiedene Schablonen können pro Bild nötig sein“, erklärt der Künstler, der bereits für viele Umlandgemeinden Bremens seine farbenfrohen Eindrücke individuell zu Papier brachte.

„Begonnen hat mein Interesse an Airbrush-Technik im Alter von rund sechs Jahren. Ich besuchte damals eine Ausstellung über Höhlenmalerei.

Schon in der Steinzeit bedienten sich die Urmenschen der Sprühtechnik“, erklärt Siko Ortner, der seit elf Jahren in Bremen lebt. Seine Mutter förderte stets sein künstlerisches Talent mit allerlei Kursen, die ihm bei seiner späteren Orientierung von Nutzen waren.

Die in New York in den 70er-Jahren aufkommenden Graffiti und die dazugehörigen Musikvideos faszinierten Siko Ortner als Teenager. Autodidaktisch entwickelte er seine eigene Sprühtechnik.

Der Besuch der Fachoberschule für Gestaltung im Bereich Grafik/Design sorgten für Wissen, das sich auf seinem späteren Lebensweg als hilfreich erwiesen hat – ihn aber nicht in die illegale Sprayerszene abdriften ließ, von der er sich ausdrücklich distanziert. „Es gibt genug legale Ausdrucksmöglichkeiten“, betont er.

Nachdem Ortner erste Aufträge für Kinderzimmer oder Garagentore erhielt, meldete er 1987 sein Gewerbe an. Mit einer internationalen, 21-köpfigen Künstlergruppe gestaltete er in Hamburg öffentliche Gebäude.

Stolz war er, als Hamburg beim Hafengeburtstag 1989 ihn mit der Gestaltung einer 25 mal drei Meter großen Fläche betraute.