Als Laie fragt sich so mancher: Die 2017 eröffnete Klinik schließt die Geburtshilfestation? Als die Kreißsäle gebaut wurden, war sicherlich eine Kalkulation erfolgt. Da man von 500 Geburten im Jahr ausging, wurden sie gebaut, um ein Jahr später festzustellen: 1. zu wenig Hebammen, 2. zu wenig Geburten.
Es ist ja so, wie es ist: Helios ist ein Unternehmen und den Aktionären verpflichtet. Da steht aber über Brake: Umbau der Station vollendet, Erweiterung geplant. Zusammenarbeit? Hier die katholische Kirche als Träger, dort ein Konzern, der schwarze Zahlen schreiben muss. Es sieht nicht danach aus, dass das Wohl zum Beispiel der Wöchnerinnen eine Rolle spielen kann.
Varel als Geburtsort oder Bremerhaven, das mag ja akzeptabel sein. Logistik ist alles. Aber die Zeiten, in denen ein zeitnaher Termin beim Arzt in weite Ferne gerückt ist, reihen sich, was das Entbinden angeht, nahtlos ein.
Es geht bergab! Nach der millionenschweren, unsinnigen Standortverlagerung werden die Patienten nun an stärkere Häuser abgeschoben. Wo früher fröhliche Babystimmen und glückliche Mütter die Atmosphäre aufheiterten, herrschen bald Siechtum und Traurigkeit. Die Kurzsichtigkeit und Profitgier sägen das ohnehin dünne Ästchen der Klinik ab. Erfahrene Mitarbeiter müssen die Klinik, die ohnehin unter ihrem schlechten Ruf leidet, verlassen. Was dann in einigen Jahren bleibt, ist eine lustig-bunte Bauruine mit Standort Esenshamm. Glückwunsch!
