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AuF-Projekt der KVHS Wesermarsch Neue Leiterin lotst Familien durch den „Hilfedschungel“

Möchten das Angebot des Projekts möglichst weit verbreiten: Die neue Projektleiterin Janine Claßen (links) und die stellvertretende KVHS-Leiterin Dr. Claudia Schütze.

Möchten das Angebot des Projekts möglichst weit verbreiten: Die neue Projektleiterin Janine Claßen (links) und die stellvertretende KVHS-Leiterin Dr. Claudia Schütze.

Stephanie Meyer

Brake/Wesermarsch - Benachteiligte Familien und Alleinerziehende unterstützen und somit die Lebenssituation verbessern: Dieser Aufgabe widmet sich Janine Claßen. Die 42-Jährige ist seit Anfang Januar die neue Leiterin des Projekts „Arbeit und Familie – auf Erfolgskurs in der Wesermarsch“ (AuF) an der Kreisvolkshochschule (KVHS) in Brake. Damit löst sie ihre Vorgängerin Carola Machlitt ab, die das Projekt im Juli 2020 gestartet hatte.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die gebürtige Friesländerin, die vor vier Jahren mit ihrer Familie in die Wesermarsch gezogen ist, ist eigentlich Kulturwissenschaftlerin und war viele Jahre im Kulturhaus Walle in Bremen tätig. An ihrer neuen Arbeit findet sie vor allem den umfangreichen Projektbereich und das breite Angebot von AuF interessant.

„Das Projekt dient der Hilfe zur Selbsthilfe“, beschreibt Dr. Claudia Schütze, stellvertretende KVHS-Leiterin, die Arbeit. Das Team um Projektleiterin Janine Claßen hat eine Art „Lotsenfunktion“ für Familien, die die Beratungsstelle aufsuchen.

Arbeit durch Corona erschwert

Essentiell ist dabei immer auch die persönliche Kontaktaufnahme, weiß Janine Claßen. Hausbesuche vermitteln einen besseren Überblick über die Familiensituation und helfen den Familiencoaches bei der „Diagnostik in den Familien“. Die Projektarbeit sei immer auch ein Stück weit Beziehungsarbeit: „Wir stehen den Familien für eine längere Zeit zur Seite und müssen Vertrauen aufbauen“, sagt die neue Projektleiterin. Durch die Corona-Pandemie waren persönliche Besuche nicht immer möglich, somit hatte sich die Arbeit des AuF-Projekts erschwert. Im Winter habe man auf Telefon-Coaching zurückgreifen müssen, aber phasenweise würde sich die Situation wieder bessern.

Reichweite des Projekts

Seit Start des Projekts konnte die KVHS 100 teilnehmende Familien verzeichnen, 63 Familien werden derzeit aktiv unterstützt. Dass die Arbeit kompliziert sein kann und nicht immer alle Erwartungen erfüllt werden können, hat Janine Claßen schon erfahren. Doch in mehreren Fällen konnte das AuF-Projekt die Familiensituation verbessern: „Wir haben einer bulgarischen Familie dabei helfen können, den Pflegegrad der behinderten Tochter hoch zu stufen und konnten mit Hilfe von Stiftungsgeldern einen behindertengerechten Pkw für die Familie anschaffen“, erzählt die 42-Jährige.

Das Projekt

Das Projekt „Arbeit und Familie – auf Erfolgskurs in der Wesermarsch“ (AuF) wird im Rahmen des Programms „Akti(F) für Familien und ihre Kinder“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Laufen soll das Projekt noch bis Ende 2022. Ob das BMAS dann eine Verlängerung bewilligt, steht noch nicht fest, sagt Claudia Schütze.

An drei Beratungsstellen bietet das Projekt AuF Unterstützung für benachteiligte Familien in der Wesermarsch: in Brake, Lemwerder und Nordenham. Alle Angebote sind freiwillig, kostenlos und haben keine Auswirkungen auf andere Leistungen, sagt Janine Claßen.

Ziel des Projekts ist es, Eltern bei der Aufnahme einer existenzsichernden Beschäftigung zu helfen, um die Lebenssituation der Familie zu verbessern, Kindern die Chance auf ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen sowie die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu stärken. Das Angebot umfasst unter anderem die Beratung zur Aufnahme einer Beschäftigung, Hilfe bei der Beantragung von Geldern oder bei geringen Sprachkenntnissen auch die Begleitung zu Behörden und das Ausfüllen von Formularen. Die Beratungen sind individuell auf die jeweiligen Bedarfe der Familien zugeschnitten, sagt Claßen.

Und das AuF-Team hat noch einiges vor, bevor das Projekt im Dezember 2022 endet. „Wir arbeiten gerade an einem Beratungskompass: Eine Website, auf der Familien online passende Hilfsangebote finden“, sagt Claudia Schütze. Der Beratungskompass soll in mehreren Sprachen aufrufbar sein und Familien übersichtlich durch den „Hilfedschungel“ führen. Um noch mehr Menschen auf das Projekt aufmerksam zu machen, sollen außerdem mehrsprachige Postkarten an wichtigen Anlaufstellen für Familien wie in Kindergärten oder bei Kinderärzten ausgelegt werden.

Stephanie Meyer
Stephanie Meyer Redaktion Nordenham
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