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Diskussion wie 2019 Kommt die Zusammenlegung von Eschhofschule und OBS Berne?

Über eine Zusammenlegung der Eschhofschule Lemwerder mit der OBS Berne wird derzeit erneut diskutiert. Der Lemwerderaner CDU-Ratsherr Wolf Rosenhagen blickt mit Sorge darauf.

Über eine Zusammenlegung der Eschhofschule Lemwerder mit der OBS Berne wird derzeit erneut diskutiert. Der Lemwerderaner CDU-Ratsherr Wolf Rosenhagen blickt mit Sorge darauf.

Lemwerder/Berne - Die Erinnerungen an das Jahr 2019 sind plötzlich wieder präsent. Damals hatte es schon einmal Überlegungen gegeben, die Eschhofschule in Lemwerder und die OBS Berne zusammenzulegen. Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern waren gegen die Pläne allerdings Sturm gelaufen, der damalige Landrat Thomas Brückmann stoppte den Versuch. „Mit der Entscheidung von 2019 gilt für uns der Bestand der Eschhofschule weiter als sicher“, sagt nun Lemwerders Ratsherr Wolf Rosenhagen (CDU): „Eine Auflösung der Eschhofschule, auch eine teilweise, ist für uns damit vom Tisch.“

Zweizügigkeit

Genau dies, nämlich eine teilweise Zusammenlegung beider Bildungseinrichtungen, wird nun aber erneut diskutiert. Ausschlaggebend sind unter anderem die Schülerzahlen, die laut Landkreis derzeit sowohl in Lemwerder als auch in Berne rückläufig seien. Dies gefährde eine dauerhafte Zweizügigkeit, die für eine Oberschule ohne gymnasiales Angebot nach der „Verordnung für die Organisation an allgemein bildenden Schulen“ aber Voraussetzung ist.

Wolf Rosenhagen hält mit dem Argument dagegen, dass die Einschulungen in Lemwerder seit 2019 wieder gestiegen seien und eine (teilweise) Schließung der Eschhofschule nicht in Frage kommen dürfe. Der Ratsherr befürchtet außerdem, dass eine solche dem Ansehen und der Attraktivität der Gemeinde schaden könne.

Gespräche

Landkreis-Pressesprecher Martin Bolte betonte auf Anfrage, dass sämtliche Vor- und Nachteile einer Zusammenlegung in die Gespräche einflößen und natürlich auch die Lehrerschaft und die Elternvertretungen aktiv am Prozess beteiligt würden. Zudem sollen die Einwendungen der bereits 2019 geführten Diskussion berücksichtigt werden.

Oberstes Ziel sei nämlich die Erarbeitung einer Lösung, die „für beide Schulstandorte eine nachhaltige Qualitätsverbesserung im Bereich der schulischen Angebote und im Besonderen der bestehenden hochwertigen Berufsorientierung ermöglicht“. Der kolportierte Termin der rechtlichen Zusammenlegung zum 1. Februar 2022 sei laut Martin Bolte zwar nicht unumstößlich. Die aktuelle Situation mache es aber notwendig, sich frühzeitig mit der Angelegenheit zu befassen.


Entwicklung

Die Verwaltungsleitung der Gemeinde Lemwerder wurde auch deshalb über die Problematik und die geführten Gespräche bereits in Kenntnis gesetzt. Auch im Ausschuss für Schulen, Jugend, Sport und Kultur stand das Thema am Donnerstagabend auf der Tagesordnung. Die Entscheidung über eine Zusammenlegung würde nach entsprechenden Beratungen durch einen politischen Beschluss im Kreistag erfolgen, erklärte Martin Bolte. Eine politische Beratung sei bisher aber noch nicht erfolgt.

Wolf Rosenhagen kritisiert, dass mit der Diskussion letztlich Politik „auf den Schultern der Kinder“ ausgetragen würde. Er hob zudem noch wegen ganz anderer Gründe den Zeigefinger: In Zeiten steigender Corona-Zahlen wäre es seiner Ansicht nach eine „unverständliche und unvernünftige Maßnahme, die Klassenbelegung in Berne durch die Zuweisung von Schülerinnen und Schülern aus Lemwerder zu steigern“, sagte er. Auch die dichtere Belegung der Schulbusse zwischen beiden Gemeinden wäre ungünstig.

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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