Lemwerder - Diese Zahlen sprechen für sich: mit sechs ersten Klassen mit mindestens 20 Kindern rechnet die Grundschule Deichshausen im Schuljahr 2022/23. Schulleiterin Eike Glimm ist besorgt. „Die Schülerzahlen steigen. Schon jetzt ist es eng und wir müssen hin und her taxieren. Sechs Klassen bekommen wir nicht mehr unter“, warnte sie im Schulausschuss der Gemeinde Lemwerder am Donnerstagabend. „Darauf möchte ich jetzt schon aufmerksam machen. Wir werden eine Lösung brauchen.“
Diese Lösung ist momentan nicht in Sicht. Gast im Schulausschuss war auch Tom Kothe, selbstständiger Mediator aus Hamburg. Er soll nun helfen, ein Konzept für Grundschule und Hort zu entwickeln, das in einer großen Grundschule am Standort Mitte umgesetzt werden soll. Um dieses Konzept wird schon seit Jahren gerungen. Es soll gelingen, eine offene Ganztagsschule mit dem schon vorhandenen Lemwerderaner Hort (75 Plätze) zu verbinden. „Wir hatten ein erstes Gespräch mit Vertretern von Hort und Schule. Für die verschiedenen Sichtweisen wollen wir ein gemeinsames Vorgehen finden. Die Bereitschaft, das zu schaffen, ist auf beiden Seiten hoch“, findet er. Das nächste Zusammentreffen soll am 12. Juli stattfinden. „Wir werden die Blickwinkel austauschen und auf das Gemeinsame gucken“, so Tom Kothe.
In der Einwohnerfragestunde äußerte sich Gitte Wendelken, Mitarbeiterin des Hortes, selbst zum Thema. „Es hieß jüngst in einer Pressemitteilung der FDP, der Hort wolle nicht zusammenarbeiten“, sagte sie. „Das stimmt so nicht und das möchte ich klarstellen.“ Harald Schöne, Fraktionsvorsitzender der FDP, meinte, er werde bei diesem Thema gern eines besseren belehrt.
Die wichtigste Frage des Abends wurde am Ende von einem Einwohner gestellt. „Wann ist Baubeginn für die neue Schule?“, wollte er wissen. Bürgermeisterin Christina Winkelmann bat bei diesem Thema um Geduld. „Wir werden nach den Mediationsterminen zügig weiterarbeiten. Es soll nicht alles bis unendlich besprochen werden“, sagte sie. „Es braucht aber auch die Ruhe, um ein Konzept zu entwickeln. Das ist schwierig auszuhalten. Gute Dinge brauchen aber ihre Zeit.“
Schulleiterin Eike Glimm drängte darauf, neben dem Mediationsprozess schon mit der Bauplanung zu beginnen. „Das sollte zweigleisig laufen. Wenn wir erst nach der Mediation einen Architekten suchen, sehe ich schwarz. Wir haben nicht unendlich Zeit, wir brauchen Platz für die Kinder“, bat sie. Die Verwaltung arbeite daran, sagte Bürgermeisterin Winkelmann am Freitag auf Anfrage diese Zeitung. Es werde nun eine Wirtschaftlichkeitsprüfung in Auftrag gegeben, ob der Umbau der Grundschule Mitte nach den bisherigen Plänen auch so durchgeführt werden kann.
