Lemwerder - Es hört sich derbe an, bringt das Geschehene aber auf den Punkt: Die Fußballer des SV Lemwerder haben am Samstag in ihrem letzten Punktspiel im Jahr 2021 eine Tracht Prügel bezogen. Sie verloren das Auswärtsspiel der Landesliga gegen Tura Bremen mit 1:11 (0:5). Die Niederlage sei auch in der Höhe verdient gewesen, sagte Lemwerders Trainer Waldemar Gilmut. „Wir hätten auch 15 Gegentore kassieren können.“
Mehrere Gründe
Drei Punkte waren nach Gilmuts Worten ausschlaggebend für die hohe Niederlage. Der erste war der Spielermangel beim SVL. Gilmut sprach vom personaltechnisch schwierigsten Spiel der Saison. Torwart Lennart Scholz lief schon zum vierten Mal in dieser Spielzeit als Feldspieler auf. Selbst der 37-jährige Gilmut stand in der Startelf. „Das mache ich nie wieder. Es bringt nichts.“
Überdies halfen drei Spieler aus der in der 2. Kreisklasse spielenden Reservemannschaft aus: Milan Spieler, Vincent Wohlers und Steffen Logemann. Sie erhielten ein Lob vom Coach. „Das sind gute Jungs. Sie können locker in der Landesliga mithalten. An ihnen lag es nicht, dass wir so hoch verloren haben.“
Torjäger Tim Weinmann saß zwar auf der Bank. Aber Gilmut sah von einer Einwechslung des von einer Kapselverletzung im Sprunggelenk gerade genesenen Stürmers ab. „Zur Not hätte er spielen können“, sagte Gilmut. „Aber das Spiel war früh gelaufen. Deshalb wollten wir nichts riskieren. Wichtiger ist, dass er in der Rückrunde wieder richtig fit ist.“
Starker Gegner
Der zweite Grund für das Debakel war der Gegner. Tura sei in Sachen Dynamik und Kurzpassspiel die beste Mannschaft gewesen, gegen die seine Elf bisher gespielt habe. „Man ist zwar immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt, aber wie die den Ball laufen gelassen haben, war schon klasse“, sagte Gilmut. Tura sei in allen Belangen überlegen gewesen und habe seiner Elf schon früh den Zahn gezogen.
Hinzugekommen sei, dass die Gastgeber im Abschluss einen Sahnetag erwischt hätten. Es begann mit einem schönen Freistoßtor aus 25 Metern in der 16. Minute. „Die haben aus allen Lagen geschossen, und fast alles war drin. Wahnsinn.“ Doch das solle das Ergebnis und die schwache Leistung seiner Elf nicht relativieren, sagte Gilmut. „Bei uns ging früh gar nichts mehr“, nannte er den dritten Grund für die Pleite und betonte, dass er gerade von seinen Führungsspielern mehr erwartet habe.
Der SVL geht mit 13 Punkten als Tabellenzehnter in die Winterpause. Er hat fünf Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz. So weit, so gut. Allerdings gefällt Gilmut der Trend nicht. Zuletzt habe das Team das, was es sich zu Beginn der Saison aufgebaut habe, ein wenig beschädigt. Deshalb freue er sich auf die Winterpause. „Jetzt können wir uns ein wenig sammeln, erholen und uns Gedanken machen, wie wir wieder neu angreifen.“
