Lemwerder - Ein ausgeglichener und von allen Fraktionen mitgetragener Haushalt und ausreichend Überschuss aus 2020, um den geplanten Fehlbetrag im Finanzhaushalt 2021 locker ausgleichen zu können: Bürgermeisterin Regina Neuke, deren Amtszeit nach acht Jahren im März 2021 endet, kann das Rathaus erhobenen Hauptes verlassen.
Mehr noch: Der Haushalt 2021 wurde damit vor Beginn des Haushaltsjahres verabschiedet, das ist selbst in Lemwerder in den vergangenen Jahre nicht selbstverständlich gewesen.
Für die neue Kämmerin Rilana Niehus sei dies ein guter Einstand, lobten Gemeinderatsmitglieder in der Sitzung am Donnerstagabend. Übereinstimmend dankten sie der Bürgermeisterin für die stets gute Zusammenarbeit in den zurückliegenden Haushaltsberatungen.
25 Mal habe sie nun Haushalte aufgestellt, sagte Neuke, zunächst als Kämmerin, später in der Verantwortung als Verwaltungschefin. Der frühe Beschluss gebe diesmal Gelegenheit, „abzuschließen, durchzuatmen, um dann im neuen Jahr durchzustarten“.
20,77 Millionen Euro sind an Erträgen im Ergebnishaushalt geplant und rund 20,74 Millionen Euro an Aufwendungen.
22,92 Millionen Euro sind im Finanzhaushalt als Einzahlungen vorgesehen und rund 33,99 Millionen Euro als Auszahlungen. Da zum Jahresende 2020 rund 16 Millionen Euro der Gemeinde zur Verfügung stehen werden, kann der Fehlbetrag finanziert werden.
2,6 Millionen Euro sind im Haushalt für Investitionen vorgesehen. 168 000 sind davon für den Umbau des Feuerwehrhauses in Lemwerder gedacht. Und 465000 Euro stehen für die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses in Alten-esch zur Verfügung
160 000 Euro stehen für die Erschließung des Gewerbegebietes „Edenbüttel II“ zur Verfügung und 150 000 fließen in die weitere Planung der Ortsumgehungsstraße.
900 000 Euro werden für den Neubau der Grundschule bereitgestellt, weitere 200 000 Euro für den Krippen-Neubau.
Daneben gibt es kleinere Investitionen wie Sonnenschirme für die Kindergartengruppen (8000 Euro), ein Unterstand mit Sitzgelegenheit vor dem Jugendtreff (5000 Euro) oder eine Schmutzwasserpumpe (3000 Euro).
Alle laufenden oder nun geplanten Projekte seien Belege für die weitere Entwicklung der Gemeinde, betonte Wolf Rosenhagen für die CDU-Fraktion. Man habe sich diesmal weitgehend zurückgehalten, führte dagegen Harald Schöne (FDP) aus. Dadurch könnten jetzt die Projekte umgesetzt werden, die bereits geplant aber 2020 nicht realisiert wurden.
Dies sei eine kluge Vorgehensweise gewesen, sagte auch Meinrad Rohde für die SPD-Fraktion, denn man wisse nicht, welche Folgen die Corona-Pandemie noch haben werde. Daher sei es wichtig, „die Wünsche für 2021 weitgehend abzuarbeiten“. Sven Schröder (UWL) lobte ausdrücklich die „sachbezogenen Haushaltsberatungen“, die diesmal „weniger parteiengefärbt“ verlaufen seien.
Brigitta Rosenow (Grüne) hob die „richtungsweisende Entscheidung“ hervor, sich auf das Betreuungsmodell „Offene Ganztagsschule mit kooperierendem Hort“ geeinigt zu haben.
