Lemwerder - In diesem Punkt sind sich alle Fraktionen im Lemwerderaner Gemeinderat einig: Alleiniger Standort der Grundschule Lemwerder soll das früher als Grundschule Mitte bekannte Gebäude im Ortskern der Gemeinde werden. Bei der Frage des Bildungs- und Betreuungskonzepts gibt es dagegen unterschiedliche Antworten.
Die SPD-, FDP- und UWL-Fraktionen sowie die grüne Ratsfrau Brigitta Rosenow haben sich auf das Modell „Offene Ganztagsschule mit kooperativem Hirt“ geeinigt und werden die Umsetzung im Schulausschuss beantragen. Die öffentliche Sitzung des Ausschusses beginnt an diesem Donnerstag, 26. November, gegen 19 Uhr im Ratssaal im Rathaus (Stedinger Straße 51). Die CDU-Fraktion bevorzugt hingegen das so genannte „Campusmodell“, das heißt eine klare Trennung von Grundschule und Hort. Sie hat deshalb einen eigenen Antrag zu dieser Sitzung eingereicht.
Zwei Modelle
Die beiden Modelle sind vom Arbeitskreis „Bildung und Betreuung im Grundschulalter“ in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet worden. In diesem Arbeitskreis saßen Lehrer und Elternvertreter der Schule, zukünftige Grundschuleltern, Vertreter des Horts und der Verwaltung. Auf eine Empfehlung konnte sich der Arbeitskreis allerdings nicht verständigen. „Das hatten wir anders erwartet“, sagte Harald Schöne (FDP) am Freitag bei der Vorstellung des fraktionsübergreifenden Antrags. Damit Schule, Hort, Eltern und Verwaltung nun handeln und weiter planen können, hätten sich die Fraktionen zusammengesetzt und sich schließlich für ein Modell entschieden. Ausdrücklich bedauerten die Vertreter der SPD, FDP, UWL und Grüne, dass die CDU sich ihrem Antrag nicht angeschlossen hat.
Wichtig war den Politikern, dass sich die Lehrer und Hortmitarbeiter nun zusammen setzen und ein gemeinsames Betreuungsangebot erarbeiten müssen, das auch neue Lernformen vorsehe. Dies sei eine große Chance, hieß es.
Die für das Modell notwendige Erweiterung des bestehenden Schulgebäudes im Schul- und Sportzentrum soll bis 2025 umgesetzt sein. Dazu gehört auch die Umgestaltung des Schulhofes, der derzeit eher Parkplatzcharakter habe, wie Brigitta Rosenow anmerkte.
Kostengünstig für Eltern
Bei ihrem favorisiertem Modell würde das Land den Großteil der Kosten (Ganztagsschule) tragen und die Eltern lediglich die Gebühren für den Hort. Dies sei ein weiterer Vorteil, sagte Meinrad Rohde (SPD).
Das von der CDU bevorzugte Modell sieht zwar auch eine Zusammenarbeit von Schule und Hort vor, allerdings in räumlicher Abgrenzung voneinander.
