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Kommunalwahl in Lemwerder SPD gewinnt und verliert zugleich

Merle Ullrich
Merle Ullrich Florian Mielke
Durch die Kommunalwahl verändern sich die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat Lemwerder: Die Koalition aus SPD und CDU hat nun nicht mehr die Mehrheit.

Durch die Kommunalwahl verändern sich die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat Lemwerder: Die Koalition aus SPD und CDU hat nun nicht mehr die Mehrheit.

Lemwerder - Die SPD ist auch bei der diesjährigen Kommunalwahl in Lemwerder, bei der die Wahlbeteiligung leicht sank (von 56,2 Prozent in 2016 auf 55,08), die stärkste Kraft. Allerdings büßten die Sozialdemokraten wie schon bei der vergangenen Wahl einige Prozentpunkte ein: Hatten sie 2011 mit 55,1 Prozent der Stimmen noch die absolute Mehrheit, ging die Zahl 2016 schon auf 38,8 Prozent und jetzt auf 31,25 Prozent zurück. Damit büßte die Partei im Gemeinderat einen Sitz ein und hat nun sechs inne. Darum sei man auch „ziemlich enttäuscht“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jan Olof von Lübken – auch wenn das Ergebnis gezeigt habe, dass die Menschen in Lemwerder grundsätzlich mit der Arbeit der SPD zufrieden seien.

CDU

Ihr Ergebnis aus 2016 in etwa gehalten hat dagegen die CDU: Von 22,7 Prozent ging es ein wenig herunter auf 21,47 Prozent. Damit sind die Christdemokraten weiter mit vier Sitzen im Gemeinderat vertreten. „Wir sind ganz zufrieden“, sagt der Fraktionsvorsitzende Wolf Rosenhagen. „Durch das Ergebnis fühlen wir uns bestätigt, dass wir die Wähler mit unseren Themen erreichen, die wir auch weiter bearbeiten werden.“

UWL

Rainer Wohlers von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Lemwerder (UWL) hat gemischte Gefühle: Anderthalb Prozentpunkte fehlten, um die drei Gemeinderatssitze zu behalten, die die Wählergemeinschaft 2016 bei ihrer ersten Kommunalwahl ergattert hatte. „Vielleicht ist der ,Neuigkeitseffekt’ ein bisschen weg“, versucht er das Ergebnis (von 15,2 Prozent runter auf 10,8) einzuordnen. Das sei zwar „schade“, dennoch fühle sich die UWL in ihrer Arbeit bestätigt.

Außerdem sei das Hauptwahlziel, dass SPD und CDU gemeinsam keine Mehrheit mehr haben – vorher hatte die Gruppe elf der 20 Stimmen, jetzt sind es zehn –, erreicht worden. Damit sei die Voraussetzung für ein anderes Arbeiten im Rat geschaffen worden: „Uns ist die öffentliche Debatte sehr wichtig, darum hat es uns belastet, dass SPD und CDU die anderen in den vergangenen fünf Jahren immer vor vollendete Tatsachen stellen konnten. Jetzt kommt es auf das Verhalten der Bürgermeisterin an“, erklärt Rainer Wohlers, dass die parteilose Christina Winkelmann nun das Zünglein an der Waage ist.

FDP

„Wir sind die Gewinner der Wahl“, sagt Harald Schöne, Fraktionsvorsitzender der FDP – und hat damit nicht unrecht. Als zweitstärkste Kraft überholten die Liberalen mit 22,95 Prozent knapp die CDU, nachdem sie 2016 noch 15,7 Prozent der Stimmen bekommen hatten. Damit steigt die Zahl der Sitze im Gemeinderat von drei auf fünf. „Unser Ziel waren vier Mandate, fünf sind jetzt natürlich die Kür“, sagt Harald Schöne.


Grüne

Der zweite Gewinner der Wahl sind die Grünen, die 2016 nur 7,7 Prozent und jetzt 13,53 Prozent der Stimmen bekommen haben. Damit verdreifachte die Partei, die eine Gruppe mit der FDP bildet, die Anzahl ihrer Sitze auf drei. „Wir sind natürlich überglücklich und wollen die grüne Politik in Lemwerder jetzt noch weiter voranbringen“, sagt daher Fraktionsvorsitzende Brigitta Rosenow.

Außerdem freut sie sich darüber, dass der Gemeinderat weiblicher geworden ist: Waren hier vorher nur drei Frauen vertreten, sind es jetzt acht.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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