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nordwest-zeitung

Landwirtschaft Lemwerder Ihr erster Käse aus Bio-Milch

Gabriele Bode

Lemwerder - Das sei wahrscheinlich der erste Käse aus Lemwerderaner Bio-Milch, sagt Janine Reichwald, während sie stolz die Tür ihres Kühlschranks öffnet. Darin lagern 24 große und rechteckige Käsestücke in den Geschmackssorten Natur und Kräuter der Provence.

Den Gedanken, einen Teil der Milch ihrer rund 170 Milchkühe zu Käse verarbeiten zu lassen, hegte die Bio-Landwirtin schon länger. Bislang waren die Eier ihrer Hühner oder die Hühnersuppe bei den Kunden besonders beliebt. Aber diese Rangordnung könnte sich nun ändern. Denn jetzt wurde das Vorhaben, aus der eigenen Milch Käse machen zu lassen, in die Tat umgesetzt. Seit April betreibt Reichwald in der Depenflether Straße 4a einen kleinen Hofladen, die „Bio-Garage“.

1000 Liter Milch

1000 Liter Milch gingen zum Zwecke der Käsewerdung Mitte Oktober an eine Käserei in Stade. Zurück kamen schließlich 100 Kilo Käse, die nach fünfwöchiger Reife von dort abgeholt und voller Spannung umgehend probiert wurden. „Ich bin eigentlich gar nicht so ein großer Käse-Fan. Mein Mann dagegen sehr“, gesteht Janine Reichwald, der ihr neues Produkt jedoch bestens mundet. Auch Schwester Kerstin Rabe, die beim feierlichen ersten Anschnitt dabei war, ist begeistert. Sämtliche Zutaten seien selbstverständlich ebenfalls in Bio-Qualität, betont die Landwirtin.

Artgerechte Haltung und Auslauf sind auf dem Reichwald-Bio-Hof für die tierischen Bewohner selbstverständlich. Kühe mögen Kälte lieber als Hitze, erklärt die Landwirtin, warum ihre Rinder auch jetzt noch gerne den Weg durch die offene Stalltür auf die angrenzende Weide wählen.

Zwei weitere Sorten

Immer nur Schnitt- oder Kräuterkäse seien auf Dauer aber eintönig, wissen die beiden Schwestern. Mit Kümmel- oder Bergkäse, der eine Reifezeit von drei Monaten hat, soll als nächstes für Abwechslung gesorgt werden, ist der Plan.


Alles andere als artgerecht findet Janine Reichwald die aktuelle Stallpflicht für das Geflügel. Besonders die Enten bereiten ihr Sorgen. Sie würden es überhaupt nicht kennen, eingesperrt zu sein und würden die Wiese und ihren Teich, in dem sie gerne ein Bad nehmen, vermissen.

Wie schlecht es den Tieren geht, sehe man daran, dass sie nicht mehr fressen. Das, was morgens gefüttert wird, liegt fast alles abends noch immer da, sagt Reichwald. An eine Gewichtszunahme der auf Vorbestellung für die Weihnachtszeit gedachten Tiere sei so nicht mehr zu denken.

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