Beim Lesen des Artikels reibt sich der geneigte Leser die Augen und stellt sich die Frage: „Diese Strecke muss saniert werden?“ Mir würden da viele andere Straßen und Wege in der Wesermarsch einfallen, die viel, viel dringender eine Sanierung nötig hätten. Zwei Straßen seien genannt, die zwangsweise von mir auf meinen zahlreichen Fahrradtouren genutzt werden müssen: In der Gemeinde Jade die Molkereistraße und in Seefeld die Deichstraße.
Warum wird das Teilstück der B 212 saniert? Es geht den Entscheidern offensichtlich nicht um die Interessen der Menschen vor Ort, es geht nicht um die Herstellung von gleichwertigen Lebensverhältnissen für alle Menschen, es geht in erster Linie um wirtschaftliche Interessen. Der durchfließende Transitverkehr, besonders der Lastwagenverkehr, muss funktionieren.
Ob Menschen in der Wesermarsch, z.B. auch mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, interessiert nur am Rande. Das Schild „Radfahrer absteigen!“ auf dem Radweg an der Bäderstraße auf der Höhe von Augustgroden ist ein beredtes Beispiel dafür. Was erwarte ich von unseren Politikern und Bürgermeistern in den Kommunen? Dass sie ein entschiedenes „P“ setzen und den Entscheidern auf Bundes- und Landesebene endlich klar machen, wo die Interessen der Menschen vor Ort liegen. Eine Autobahn durch die Wesermarsch kann, wenn überhaupt, erst dann ein Thema werden, wenn wirklich alle Straßen und Wege komplett saniert sind.
