Havendorf - Am vergangenen Montag sind die Bagger angerückt. Außerdem wurden Bauzäune aufgestellt, die ein 31 000 Quadratmeter großes Gelände an der östlichen Flanke des Gewerbegebiets Am Wesertunnel begrenzen. Im März 2022 hatte die E-Gruppe mit Sitz im nordrhein-westfälischen Herne die Fläche an der Bundesstraße 212 in Havendorf gekauft, um hier ein Logistikzentrum zu bauen. Nun haben die Erdarbeiten begonnen. Die Baustelle wird eingerichtet. Mitte November soll der offizielle erste Spatenstich stattfinden.
Wie das Projektentwicklungsunternehmen mitteilt, sollen auf insgesamt 15 500 Quadratmetern Logistik- und Büroflächen am Nordenhamer Stadtrand entstehen. Generalunternehmer des Bauvorhabens ist die Firma Goldbeck International GmbH. „Wir sind darum bemüht, in Absprache mit dem Generalunternehmer lokale Firmen einzubeziehen“, teilt die Pressestelle der E-Gruppe auf Nachfrage mit. „Bei den meisten Gewerken laufen aktuell noch die Ausschreibungen.“
Fertigstellung
Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2024 vorgesehen. Ursprünglich sollte der Bau schon 2022 beginnen. Aber die Verhandlungen mit den beteiligten Firmen hatten sich länger hingezogen als erwartet. Die Hallen können von bis zu zwei Mietern bezogen werden. Es gebe bereits Vorvermietungen und fortgeschrittene Verhandlungen. Die Interessenten kommen aus den Bereichen Logistik, E-Commerce und Infrastruktur.
Die E-Gruppe ist ein 1980 gegründetes Familienunternehmen mit Sitz in Herne. Die Firma ist auf die Entwicklung und Steuerung von Immobilienprojekten in den Bereichen Logistik, Innenstadtbebauung und Einzelhandel spezialisiert. Dazu gehören Ankauf, Neubau und Verwaltung.
In ganz Europa ist die E-Gruppe tätig. Allein in den Jahren 2020 und 2021 ist es dem Unternehmen nach eigenen Angaben gelungen, 500 000 Quadratmeter Logistikflächen zu entwickeln.
Im Gewerbegebiet Am Wesertunnel sind bislang sechs Betriebe angesiedelt. Dabei handelt es sich um die Firmen Nietiedt (Gerüstbau), Melius (Dachdecker), Stüdemann (Zimmerei), Aissen (Bau), Selfstorage-Center (Lager) und Stührenberg (Spedition).
Die Nachricht vom Baubeginn teilte der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen B. Mayer am Mittwochabend dem Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus bei seiner Sitzung im Rathaus mit. Sie wurde von den Ausschussmitgliedern mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Bürgermeister Nils Siemen sprach von einer sehr erfreulichen Nachricht. Politik und Verwaltung hätten gut zusammengearbeitet und sehr schnell den Weg für dieses Großprojekt freigemacht. Auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Wesermarsch lobte der Bürgermeister. Der Kontakt zur Stadt Nordenham war über die Wirtschaftsförderung Wesermarsch zustande gekommen.
Nachhaltiges Konzept
Bis zu 100 Arbeitsplätze könnten in Havendorf entstehen. Und natürlich winken zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Aber nicht nur deshalb gibt es im Rathaus breite Zustimmung zu dem Vorhaben. Nils Siemen gefällt vor allem das nachhaltige Konzept. Für das Logistikzentrum strebt die E-Gruppe eine Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen an. Die Konstruktion besteht aus einem Mix aus Beton-, Holz und Aluminiumelementen. Für die Energieversorgung sind auf dem Dach eine Photovoltaikanlage und Kleinwindanlagen geplant. Die Biodiversität soll mit einer insektenfreundlichen Blühwiese auf den Außenflächen gefördert werden.
Wie Jürgen B. Mayer erläuterte, ist mit dem Logistikzentrum die Kapazität im bestehenden Gewerbegebiet Am Wesertunnel weitgehend ausgeschöpft. Wie diese Redaktion berichtete, gibt es aber bereits Pläne für ein nachhaltiges interkommunales Gewerbegebiet in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Potenzialstudie für dieses Vorhaben auf Nordenhamer und Stadlander Gebiet sei zurzeit in Arbeit. Die Wirtschaftsförderung Wesermarsch treibt das Vorhaben voran. Der Standort biete sich wegen des geplanten Neubaus der Küstenautobahn A 20 an. Es böten sich einmalige Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung in der Wesermarsch.
Die Anbindung an die künftige A 20 war auch für die E-Gruppe ein wichtiges Argument für den Standort Havendorf, außerdem die Nähe zur A 27 und zur A 29.
