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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Butjenter Brauhaus: Abbehauser Fußballer als Erntehelfer im Einsatz

29.09.2020

Abbehausen Ärmel hochgekrempelt und in die Hände gespuckt. Für die 1. Herrenmannschaft des TSV Abbehausen ist es eine ganz neue Erfahrung gewesen: Nicht zum Kicken, sondern zur Hopfenernte waren sie angetreten. Im vermutlich „größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet Norddeutschlands“, wie die beiden Braumeister des Butjenter Brauhauses, Andreas Christiani und Thomas Bannas, betonten.

2016 angepflanzt

Auf etwa 100 Quadratmetern Fläche hinter dem Gästehaus des Landhotels Butjadinger Tor war der Hopfengarten im Jahr 2016 am Tage der Grundsteinlegung für die Abbehauser Privatbrauerei angelegt worden. Gepflanzt wurde die würzige Aromasorte „Hallertauer Tradition“ von den Maibaumaktivisten aus dem oberbayerischen Ilmmünster als Geschenk für ihren Freund Udo Venema, der Inhaber des Landhotels Butjadinger Tor und des Butjenter Brauhauses ist.

Inzwischen haben die krautigen Kletterpflanzen die richtige Größe erreicht – und ihre Dolden die richtige Kraft. Also war jetzt, vier Jahre später, Zeit für eine erste Ernte. Eigentlich sollte sie bereits am Wochenende um den 12. September anlässlich des damals geplanten Abbehauser Hopfen- und Bierfestes stattfinden. Sieben auswärtige Privatbrauereien wollten hier mit Probier-Ständen vertreten sein, und eine neue Butjenter Hopfenkönigin sollte gekürt werden. Doch das Fest fiel aus, da fünf dieser Brauereien coronabedingt kurzfristig absagten.

Die Ernte am Bierfest-Wochenende wäre ohnehin nur eine kleine gewesen und zudem geschummelt, so die Braumeister, da vor zwei Wochen wider Erwarten noch nicht die vollständige Reife erreicht gewesen sei.

13 Pflücker am Start

Doch jetzt war es soweit. 13 Fußballer aus dem TSV-Kader gewann Udo Venema als Erntehelfer. In fünf Stunden pflückten sie 20 Körbe voller Blüten. Der Hotelier versorgte die Helfer unterdessen mit reichlich Flüssignahrung und einer zünftigen Jause.

Aus den zusammen 20 Kilogramm Blüten werden Andreas Christiani und Thomas Bannas nun einen Grünhopfensud zaubern, um das würzige Aroma, das die Bitterkraft des Bieres hebt, aus den Pflanzen zu ziehen. Dem Sud mischen sie dann ein Kilogramm ihrer bereits vorhandenen Hopfenpellets bei. So können sie nach der Gärung vermutlich an die 900 Liter Bier gewinnen, das als spezielle Zwickel-Edition den Namen „Butjenter Hopfengrün“ erhalten soll. Dann, so verspricht Thomas Bannas, werden die Erntehelfer auch für ihre Mühe belohnt – mit zehn 10-Liter-Fässchen der neuen Bierspezialität.

Regionale Biere

Für Udo Venema und sein Brau-Team ist die Herstellung eines durch und durch regionalen Bieres nicht neu: Vor zwei Jahren hatten sie anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Museums Moorseer Mühle das „Moorseer Mühlenweizen“ kreiert. Dafür wurde die alte Dame Moorseer Mühle in Gang gesetzt und mahlte den für das Getränk notwendigen Weizen wie anno dunnemals mit reiner Windkraft.

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