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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Erste WM-Erfahrungen in Abbehausen

28.06.2018

Abbehausen Von wegen erste WM-Teilnahme in Russland! Der aus Bremen stammende Nationalspieler Julian Brandt hat schon im zarten Alter von zehn Jahren seine ersten Erfahrungen bei einer Fußballweltmeisterschaft gesammelt. Und zwar in Abbehausen. Genauer gesagt: im Juli 2006 Bei einem E-Jugendturnier, das der TSV Abbehausen anlässlich der Weltmeisterschaft in Deutschland als Mini-WM ausgerichtet hatte.

Am Start waren 30 Vereinsmannschaften, die als Nationalteams antraten. Darunter der SC Borgfeld mit dem strohblonden Dribbelkünstler Julian Brandt im Sturm. Die Borgfelder liefen als Italiener auf, schafften es bis ins Finale und feierten am Ende einen knappen 1:0-Sieg. Und wer schoss das entscheidende Tor in der Schlussminute? Genau: Julian Brandt.

Ein Profi mit Bodenhaftung

In Bremen ist Julian Brandt am 2. Mai 1996 zur Welt gekommen. Er wuchs in dem Stadtteil Borgfeld auf, in dem seine Eltern und die beiden Brüder auch heute noch leben.

Beim SC Borgfeld begann Julian Brandt in der F-Jugend mit dem Fußballspielen. Sein Vater Jürgen Brandt trainierte gemeinsam mit Jens Ahlers die Mannschaft. Das erfolgreiche Team blieb sechs Jahre zusammen und wechselte dann in der C-Jugend zum FC Oberneuland.

Als 15-Jähriger schloss sich Julian Brandt dem VfL Wolfsburg an, weil es sein Lieblingsverein SV Werder versäumt hatte, rechtzeitig die Fühler nach dem Bremer Talent auszustrecken. Mit Wolfsburg wurde er 2013 deutscher A-Juniorenmeister. Seit 2014 steht der Rechtsfuß beim Bundesligisten Bayer Leverkusen unter Vertrag.

Im Gegensatz zu vielen anderen Profikickern gilt Julian Brandt als bodenständig und bescheiden. Auch auf die in Kollegenkreisen verbreiteten Tattoos hat er bislang verzichtet. „Wenn ich mir Tattoos stechen lassen würde“, hat er einmal scherzhaft in einem Interview gesagt, „würde meine Mama mich wahrscheinlich umbringen.“

Bei dem Turnier in Abbehausen konnte noch niemand ahnen, dass der Mini-Weltmeister aus Borgfeld eines Tages bei einer richtigen WM aufläuft. Inzwischen ist Julian Brandt 22 Jahre alt und steht in der internationalen Fußballszene auf der Wunschliste vieler Top-Clubs. Seinen aktuellen Wert auf dem Transfermarkt schätzen Fachleute auf stolze 40 Millionen Euro.

Harald Renken, der im TSV Abbehausen seit mittlerweile 25 Jahren die großen Sommerturniere organisiert, kann sich noch gut an die Mini-WM 2006 und auch an Julian Brandts Auftritt erinnern. „Er ist als sehr dribbelstarker Spieler aufgefallen“, erzählt Harald Renken. Zum besten Spieler des Turniers wurde der talentierte Borgfelder zwar nicht gewählt, aber mit seinem Siegtreffer im Finale hat er sich in Abbehausen ein Denkmal gesetzt.

Abstaubertor

Besonders spektakulär ist das Tor allerdings nicht gewesen. „Das war ein Abstaubertor nach einem Torwartfehler“, sagt Harald Renken. Aber es war eben die quasi mit dem Schlusspfiff erzielte, viel umjubelte Entscheidung einer hochspannenden Partie, in der die Borgfelder als krasse Außenseiter galten. Bei dem Endspielgegner handelte es sich um den SC Eintracht Norderstedt, der in Argentinien-Trikots auflief und in den Vorrundenpartien nur einen einzigen Punkt abgegeben hatte.

Den Klassiker Italien gegen Argentinien verfolgten bei der Mini-WM in Abbehausen zahlreiche Zuschauer. Die Stimmung war prächtig und verleitete das Publikum sogar zu einer La-Ola-Choreografie. Nach dem Schlusspfiff überreichten der damalige Wesermarsch-Landrat Michael Höbrink und der Abbehauser Ortsbürgermeister Karlheinz Ranft die Pokale und Medaillen an die Nachwuchskicker. Sie dürfen sich heute damit rühmen, einen Nationalspieler aus nächster Nähe erlebt und beglückwünscht zu haben. Das können nicht viele Amtsträger aus Politik und Verwaltung von sich sagen.

Stolze Abbehauser

Natürlich erfüllt es auch Harald Renken und seine Mitstreiter mit Stolz, ein Supertalent wie Julian Brandt bei einem ihrer Turniere gehabt zu haben. Auf diese Weise bekommt der TSV Abbehausen ein kleines bisschen von Julian Brandts Ruhm ab. Somit darf sich Harald Renken auch einen lockeren Spruch erlauben: „Der Weg zur Nationalmannschaft führt über die Abbehauser Turniere“, lacht der 66-Jährige.

Da hätte es nur noch eine Steigerung geben können: dass Julian Brandt auch am 15. Juli beim WM-Finale in Moskau den Siegtreffer erzielt und Deutschland zum Weltmeister 2018 macht. Aber dagegen hatten die Südkoreaner etwas, die am Dienstag die DFB-Elf aus dem Turnier warfen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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