• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Fahrsport: Mit viel Temperament und noch mehr Geschick

13.05.2020

Abbehausen /Ovelgönne Eifrig trainiert wird Fahrsport mit Pferden im Nordenhamer Ortsteil Abbehausen. Dort lebt Familie Lindert. „Wir haben uns hier einen kleinen Fahrplatz angelegt, um unsere Fahrkünste zu verbessern und für Turniere zu trainieren“, erzählt Merle Lindert. Sie, ihr Mann Ralf und ihr Sohn Enno haben ihr Herz an den Fahrsport verloren.

Fahrsport ist Teamsport und ein Hobby für die ganze Familie. Das meint auch die 29-jährige Fahrsportlerin Janina Rusch aus Ovelgönne: „Wir halten als Team fest zusammen. Unser Sport ist wie geschaffen für eine Familie.“

Ralf und Enno Lindert fahren Welsh B Ponys – einspännig und zweispännig. Drei Ponys sind schon als Fahrpferde ausgebildet. Nachwuchspony Nummer vier ist ein zweijähriger Hengst, der im nächsten Jahr ausgebildet werden soll. Er genießt derzeit das Leben auf der Weide und schaut beim Training nur über den Zaun. Er soll den Traum von einem Vierspänner in naher Zukunft ermöglichen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Leistungsstark

Die temperamentvollen Ponys sind im Hause Lindert Männersache. Merle Lindert spricht mit Respekt über die Ponys: „Die sind ebenso leistungsstark und ausdauernd wie Großpferde“, sagt sie. Sie selbst bevorzugt einen fünfjährigen Hannoveraner namens Fidibus: „Dieses Pferd ist mein ganzer Stolz!“

Fahrsport lässt sich mit unterschiedlichen Pferderassen betreiben. Janina Rusch zum Beispiel bestreitet die Turniere mit Samand – einem Oldenburger.

Vom kleinen Shetty bis zum Shirehorse ist beim Fahrsport alles vertreten. „Jeder Fahrsportler hat seine eigenen Vorlieben. Im Turniersport werden primär sportliche Ponys und Warmblüter eingesetzt“, sagt Merle Lindert.

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Pferde zuletzt im kleinen Rahmen bewegt werden. Erfreulicherweise darf jetzt wieder mit Einschränkungen trainiert werden.

Als Trainer konnte Familie Lindert Rainer Duen aus Brunsbüttel gewinnen. Der 49-Jährige gehört zu den besten Fahrern in Deutschland, ist mehrfacher Medaillenträger bei Deutschen- und Weltmeisterschaften. „Rainer Duen hat meinen Fidibus ausgebildet und begleitet mich seitdem als Trainer“, sagt Merle Lindert. Rainer Duen verfügt über alle Trainerlizenzen und kommt immer wieder gern nach Abbehausen: „Der Kontakt zu Familie Lindert kam über Mundpropaganda zustande“, sagt er.

In den vergangenen Jahren haben Ralf und Merle Lindert einige Fahrabzeichen im Ausbildungsstall Rainer Duens gemacht. „Ein gut und sicher ausgebildetes Fahrpferd und eine fundierte Ausbildung des Fahrers sind sehr wichtig – unter anderem um Unfälle zu vermeiden“, sagt Merle Lindert.

Die Fahrabzeichen bauen aufeinander auf. Im Laufe der Zeit kann jeder Fahrer entscheiden, wie er sich seine Zukunft vorstellt und sich dementsprechend ausbilden lassen. Man kann die Fahrabzeichen ein- oder zweispännig absolvieren. Von einigen wenigen Ausbildern wird das vierspännige Fahren – die Königsdisziplin im Fahrsport – angeboten. Die Fahrabzeichen vermitteln auch Fahrkenntnisse für den Straßenverkehr, denn dort zählt die Kutsche als Fahrzeug. Unter bestimmten Voraussetzungen können schon Jugendliche ihr Fahrabzeichen erwerben und am Turniersport teilnehmen.

Der Fahrsport, der seine Wurzeln in England hat, teilt sich in verschiedene Disziplinen auf: Dressur, Hindernisfahren und Geländefahren. Bei der Dressur muss das Gespann Aufgaben fahren, ähnlich wie im Dressursport der Reiter. Beim Kegelfahren muss der Fahrer auf Tempo sein Gespann geschickt durch Pylontore manövrieren, ohne dass die auf den Pylonen liegenden Bälle herunterfallen.

Beim Geländefahren absolviert das Gespann – je nach Klasse – eine Strecke von bis zu 17 Kilometern in verschiedenen, vorgegebenen Geschwindigkeiten. „Dabei muss das von der Natur aus wasserscheue Pferd auch Wasserstellen passieren“, erzählt Janina Rusch.

Hindernisse müssen beim Geländefahren in einer möglichst schnellen Zeit fehlerfrei durchfahren werden. Der Fahrer und seine Beifahrer tragen jeweils einen Helm und eine Schutzweste.

Eine Kleidervorschrift gibt es zudem auch in der Dressur: Unter anderem müssen die Fahrer Hut und Handschuhe tragen. Auch das Gesamtbild eines Gespanns fließt in die Wertung mit ein. Ein- und Zweispänner werden von einem Fahrer mit einem Beifahrer auf der Kutsche gefahren, Vierspänner hingegen haben neben dem Fahrer zwei Beifahrer. „Optimal ist es, wenn Kutscher und Beifahrer dauerhaft miteinander fahren. Doch der Beifahrer muss nicht immer dieselbe Person sein“, sagt Janina Rusch. Will ein Sportler am Turniersport teilnehmen, benötigt er ein geeignetes Transportmittel. Denn neben den Pferden muss schließlich auch die Kutsche und weiteres Equipment mit.

Es ist nicht selten, dass bei den Turnieren die Sportler verschiedene Kutschen je nach Disziplin einsetzen. „Wer sein Herz an diesen Sport verloren hat, der investiert gerne in das Hobby“, meint Merle Lindert. Es muss an viele Kleinigkeiten gedacht werden. „Mein Sohn hat mir zum Beispiel eine Leuchte an die Kutsche gebaut, damit ich in der dunklen Jahreszeit trainieren kann“, sagt Merle Lindert.

Kopfsache

Die Abbehauserin stellt klar, dass der Fahrsport auch mit leichten körperlichen Einschränkungen betrieben werden kann. Wer allerdings hoch hinaus will, muss körperlich über ausreichend Fitness verfügen. „Im Leistungsbereich ist beim Fahrsport vieles Kopfsache“, sagt Rainer Duen und meint: „Fahrsport kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden.“

Die Abbehauser Fahrsportler sind der Turniergemeinschaft Weser-West angeschlossen und stehen damit unter dem Dach des Kreissportbundes Wesermarsch. Die Pferde werden mittels eines individuellen Trainingsplanes auf die Turniersaison vorbereitet. Fahrsport-Training findet das gesamte Jahr über statt. Ein Fahrpferd kann auch ein gutes Reitpferd sein. Auf jeden Fall sollte es als Sportpartner Akzeptanz finden, und Pferd und Fahrer sollten sich gegenseitig vertrauen.

Janina Rusch kann schon gar nicht mehr sagen, wie viele Kilometer sie für ihr Hobby schon zurückgelegt hat. „Da kommen schon einige zusammen!“ Merle Lindert hofft, dass in der zweiten Jahreshälfte einige Turniere stattfinden können. „Ob aktiv oder nur zum Zuschauen: Wir sind gerne dabei. Übernachtungen nehmen wir dabei gern in Kauf.“

Wer sich für den Fahrsport mit Pferden interessiert, kann sich bei Merle Lindert (0171/1717678), Janina Rusch (0171/19484116) oder Rainer Duen (0175/4144448) informieren.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.