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NWZonline.de Region Wesermarsch Lokalsport

Sportverein Soll Sich An Kosten Für Kunstrasenplatz Beteiligen: Abbehauser Modell ein Präzedenzfall

18.02.2020

Abbehausen Dass der 2003 errichtete Kunstrasen-Sportplatz in Abbehausen seine besten Zeiten hinter sich hat und dringend sanierungsbedürftig ist, steht außer Zweifel. Die große Frage ist allerdings, wie sich die 332 000 Euro für die Sanierung des verschlissenen Belags auftreiben lassen. Normalerweise wäre das eine Sache der Stadt Nordenham als Eigentümerin der Anlage. Aber die hat kein Geld und darf auf Anweisung der Kommunalaufsicht nur begrenzt neue Kredite aufnehmen. In diesem Konfliktfeld ist die Idee für ein Finanzierungsmodell entstanden, das es in Nordenham noch nicht gegeben hat.

Das Konzept sieht vor, dass sich der Turn- und Sportverein Abbehausen als Hauptnutzer des Platzes mit Eigenmitteln an den Kosten beteiligt. Konkret geht es um 33 200 Euro, die der TSV aufbringen müsste. Dann könnte die Runderneuerung des Platzes schon im nächsten Jahr erfolgen. Ansonsten bliebe nur die Wahl, so lange zu warten, bis die klamme Stadt Nordenham irgendwann ihre Finanzen wieder ins Lot gebracht hat.

Der Finanzierungsplan für den Abbehauser Kunstrasenplatz

Die Mitglieder des TSV Abbehausen sind für Mittwoch, 26. Februar, zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Beginn ist um 19 Uhr im Landhotel Butjadinger Tor.

In der Versammlung soll über das Finanzierungsmodell für die Erneuerung des Kunstrasenplatzes entschieden werden. Nach der Vorstellung des Konzepts durch den Vorstand stimmen die Mitglieder darüber ab. Der TSV-Vorstand und die Stadtverwaltung haben das Finanzierungsmodell ausgearbeitet. Es sieht vor, dass die Stadt Nordenham den Sportplatz für zwölf Jahre an den TSV Abbehausen verpachtet. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, einen nur Vereinen zustehenden Zuschuss vom Landessportbund Niedersachsen gewährt zu bekommen. Die Sanierungskosten für den Kunstrasenplatz sind auf 332 000 Euro veranschlagt. Wenn der TSV Abbehausen als Auftraggeber auftritt, kann er Fördermittel des Landessportbundes Niedersachsen in Anspruch nehmen. Der erwartete Zuschuss beträgt 99 6000 Euro.

Die geplante Kreditaufnahme durch den TSV Abbehausen beläuft sich auf 199 200 Euro. Um diese Summe abbezahlen und den Platz unterhalten zu können, erhält der Verein jährliche Zuwendungen von der Stadt Nordenham.

Auf zehn Prozent der Sanierungskosten ist der vom TSV Abbehausen zu leistende Eigenanteil berechnet. Der Verein müsste somit 33 200 Euro ohne Bezuschussung beisteuern. Wie diese Summe aufgebracht werden soll, will der Vorstand in der Mitgliederversammlung am 26. Februar aufzeigen.

Während der TSV-Vorstand und die Stadtverwaltung davon überzeugt sind, eine gute Lösung gefunden zu haben, ist das Finanzierungsmodell in der Politik umstritten. Als der Finanzausschuss des Stadtrates sich im Zuge der Haushaltsberatungen damit befasste, meldeten die Fraktionen von CDU, FDP und WIN erhebliche Bedenken an. Sie kritisierten, dass mit dem Abbehauser Modell ein Präzedenzfall geschaffen werde, der nicht im Sinne der kommunalen Sportstättenplanung sei und eine Benachteiligung der Vereine mit sich bringe.

Stadt soll investieren

„Wie bei den anderen Plätzen auch sollte die Stadt lieber selbst investieren“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Wreden. Er warnte zudem vor Rechts- und Haftungsproblemen, die auf den TSV Abbehausen zukommen könnten. Vor diesem Hintergrund beantragte die CDU gemeinsam mit WIN und FDP, das Pachtmodell abzulehnen und stattdessen für die Platzerneuerung eine Investitionssumme von 330 000 Euro im Haushaltsjahr 2021 reservieren.

„Sportstätten sind eine kommunale Aufgabe“, machte FDP-Vormann Manfred Wolf deutlich. Sein Fraktionskollege Hergen Kalitzki deutete an, dass es bei dem Konstrukt nur darum gehe, „hinten herum mit Trickserei“ an einen üppigen Zuschuss des Landessportbundes zu kommen. Der Landessportbund würde knapp 100 000 Euro beisteuern. Aber nur unter der Bedingung, dass der Verein und nicht die Stadt Nordenham die Sanierung übernimmt.

Den Vorwurf der Trickserei wies der SPD-Ratsherr und ehemalige Kreissportbund-Vorsitzende Wilfried Fugel mit Nachdruck zurück. „Das ist ein ganz normales Verfahren“, betonte er. Ohnehin ist es seiner Meinung nach zu begrüßen, wenn die Vereine „stärker in die Verantwortung“ genommen werden. Das sei besonders in Abbehausen der Fall, sagte Wilfried Fugel. Denn dort sei die schulische Nutzung der Sportstätten vergleichsweise gering. Entsprechend sei es dem TSV zuzumuten, einen finanziellen Beitrag beizusteuern. Die Stadt Nordenham leiste schon viel, um ein gutes Sportstättenangebot vorzuhalten. Im Gegensatz zu anderen Kommunen bräuchten die Vereine hier auch keine Nutzungsgebühren zu zahlen.

Der 800 Mitglieder starke TSV Abbehausen müsse dazu in der Lage sein, 33 200 Euro aufzubringen. Wilfried Fugel lobte das Modell als „sehr gute und vernünftige Finanzierungsmöglichkeit“. In ähnlicher Form habe es sich in Brake und Berne bewährt. Es wäre grob fahrlässig, die Chance auf fast 100 000 Euro an Fördergeldern des Landessportbundes nicht wahrzunehmen.

Ausschuss stimmt zu

Bürgermeister Carsten Seyfarth hob hervor, dass bei der empfohlenen Vereinbarung keine Haftungsprobleme für den TSV zu erkennen seien. Die von CDU, FDP und WIN geforderte Platzerneuerung auf Kosten der Stadt bezeichnete er mit Blick auf die hohe Verschuldung als „schwierig“. Ähnlich äußerte sich der Vize-Verwaltungschef Bert Freese. Er betonte, dass die Pacht-Lösung eindeutig die wirtschaftlichste Variante sei. Mit der Mehrheit von SPD und Grünen stimmte der Finanzausschuss für dieses Modell.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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